In den eigenen Reihen

Der Fall Koch-Mehrin ist noch nicht ausgestanden, der Fall Chatzimarkakis geht in den nächsten Wochen in die heiße Phase, doch der bislang potenziell schwergewichtigste Fall wissenschaftlichen Betrugs steht gerade erst am Anfang: Gestern hat VroniPlag den ersten Bericht zur Dissertation von Margarita Mathiopoulos vorgelegt.

Der Bericht bestätigt zunächst nur das, was sich für Beobachter der Dokumentationsarbeit schon seit Wochen abzeichnet: Mathiopoulos hat in ihrer an der Universität Bonn eingereichten und 1987 erschienenen Dissertation „Amerika: Das Experiment des Fortschritts – Ein Vergleich des politischen Denkens in den USA und Europa“ massiv plagiiert und collagiert.

Auf 130 der 218 Textseiten der Dissertation haben die Plagiatdokumentare insgesamt über 380 plagiierte Passagen gefunden, die aus 19 verschiedenen Quellen stammen.

So weit, so wohlvertraut. Von bereits überführten Plagiator/innen unterscheidet sich Mathiopoulos durch eine durchgängigere Wissenschaftlichkeit der plagiierten Werke — Zeitungstexte und studentische Hausarbeiten finden sich bei ihr nicht. Sie unterscheidet sich auch dadurch, dass sie keine aktive Politikerin ist, sondern Unternehmerin und Politikberaterin.

Vor allem aber, und das ist der erste Punkt, der diesen Fall bedenkenswerter macht als die bisherigen, ist sie aktive Wissenschaftlerin. Neben ihrer Dissertation hat sie laut Publikationsverzeichnis auf ihrer Webseite fünf weitere Monografien, vier Herausgeberschaften, 18 Buchbeiträge und 35 Artikel in Zeitschriften, Fachzeitschriften und Jahrbüchern verfasst. Sie war Gastprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin, Gastprofessorin und später Honorarprofessorin an der Technischen Universität Braunschweig, und seit 2002 ist sie Honorarprofessorin an der Universität Potsdam.

Da vermutlich nicht jeder weiß, was Honorarprofessor/innen sind: Das sind Leute, die über viele Jahre nebenberuflich als Lehrbeauftragte oder auch ehrenamtlich an Universitäten gelehrt haben, die eine gewisse Forschungsleistung erbracht haben, und die von der Universität durch die Ernennung geehrt werden sollen. Mit dieser Ernennung erhalten sie auch umfangreiche Prüfungs- und Promotionsrechte. Die wissenschaftlichen Leistungen werden dabei normalerweise nicht ganz so streng begutachtet, wie bei Berufungen auf reguläre Professuren, aber sie müssen in Umfang und Qualität  durchaus vergleichbar mit diesen sein, und bei Mathiopoulos sind sie das auf den ersten Blick auch der Fall. Geschenkt bekommt man eine solche Ernennung  nicht.

Mathiopoulos ist also keine Vollzeitwissenschaftlerin, aber sie ist ohne Zweifel Wissenschaftlerin und natürlich Angehörige der Universität Potsdam. Die durch den Bericht von VroniPlag klar belegten Plagiatsvorwürfe treffen damit, anders als bei Guttenberg und Koch-Mehrin, direkt ins Herz des Wissenschaftsbetriebs.

Als Wissenschaftler/innen müssen wir uns mit diesem Fall deshalb sehr viel ernsthafter auseinandersetzen. Nicht nur ihr Doktorvater, auch die Gutachter/innen, die im Rahmen ihrer Ernennungen ihr wissenschaftliches Werk begutachtet haben oder an ihren Berufungen beteiligt waren, müssen (und werden) sich nun fragen, wie es passieren konnte, dass jemand auf knapp sechzig Prozent der Druckseiten einer Dissertation plagiieren und danach in der Wissenschaft Karriere machen konnte.

Aber es kommt noch schlimmer: Die Plagiatsvorwürfe sind nicht neu. Schon 1989 berichtete der SPIEGEL über plagiierte Passagen in ihrer Dissertation (wobei das ganze Ausmaß damals noch nicht bekannt war). Mathiopoulos’ Reaktion damals klingt wie eine Blaupause für Guttenberg und Koch-Mehrin: Es sei „legitim, sich an wissenschaftliche Kompendien und Standardwerke eng anzulehnen, sofern die Quellen offengelegt werden“. Dass sie eben nicht alle Quellen offengelegt hat, bezeichnete sie als „Flüchtigkeitsfehler“ [Spiegel  37/1989].

Und die Universität Bonn stimmte ihren Ausrednen zu, obwohl 1991 die Zeitschrift Amerikastudien immerhin 62 plagiierte Passagen dokumentierte. Auch als VroniPlag den Fall zwanzig Jahre später wieder aufgriff und die Zahl der entdeckten Plagiate schnell auf das Sechsfache anwuchs, verhielt sich die Universität merkwürdig zögerlich. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten zitierten noch vor zehn Tagen, als das Ausmaß des Plagiats längst bekannt war, den Pressesprecher der Bonner Hochschule mit den Worten: „Die bisherigen Angaben reichen noch nicht für ein Überprüfungsverfahren, es muss klar werden, dass es sich an den fraglichen Stellen nicht um ihre eigene Leistung handelt“.

Nach der Veröffentlichung des Berichts hat man sich das an der Universität Bonn offensichtlich doch anders überlegt und meldete gestern:

Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn will in den kommenden 14 Tagen klären, ob die von der Internetplattform VroniPlag erhobenen Vorwürfe eine erneute Überprüfung der Dissertation von Dr. Margarita Mathiopoulos erforderlich machen und ob dies rechtlich möglich ist. [Pressemitteilung der Univesität Bonn, Philosophische Fakultät]

In der Zwischenzeit war an der Universität Potsdam der emeritierte Sprachwissenschafler Joachim Gessinger tätig geworden: Er mochte wohl das Zaudern der Universität Bonn nicht länger mit ansehen und schrieb am 20. Juni 2011 an das Präsidium seiner eigenen Universität und an das Dekanat und den Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät. In diesem Brief fordert er eine Überprüfung der Vorwürfe durch die Universität Potsdam, sowie, falls diese sich bestätigen, den Entzug der Honorarprofessur. Die Universität Potsdam will nun aber die Überprüfung duch die Universität Bonn abwarten.

Der aktuelle Fall zeigt zunächst noch einmal eindrucksvoll, welche zentrale Rolle die kollaborative Dokumentation von Plagiaten durch VroniPlag spielt: 1989 hätte man die Plagiate in dem jetzt gefundenen Umfang realistischerweise nicht aufdecken können; vor allem aber ließen sich die Vorwürfe herunterspielen, ohne, dass Außenstehende das ernsthaft in Frage stellen konnten. Diese Möglichkeit gibt es heute nicht mehr. Ich habe keinen Zweifel, dass die Universität Bonn hier einen schweren Plagiatsfall feststellen müssen wird, und die Universität Potsdam wird Mathiopoulos daraufhin den Professorentitel und ihre Lehrbefugnis entziehen.

Und das ist natürlich richtig so. Es wäre inakzeptabel, hier eine Großzügigkeit walten zu lassen, die man Guttenberg, Saß und Koch-Mehrin zu Recht nicht zugestanden hat. Wenn überhaupt, muss hier ein noch klareres Signal erfolgen, denn, wie Gessinger in seinem Brief schreibt:

Seit Jahren kämpfen die Lehrenden an dieser Universität gegen die zunehmende Zahl von Plagiaten bei studentischen Qualifikationsarbeiten. In den Lehrveranstaltungen wird auf die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens und die Notwendigkeit des richtigen Umgangs mit Quellen nachdrücklich hingewiesen, Verstöße dagegen werden im Rahmen der Möglichkeiten sanktioniert. Eine Fakultät oder Universität würde ihr Selbstverständnis und ihre Glaubwürdigkeit aufgeben, ließe sie es zu, dass eine Professorin „ehrenhalber“ eben gegen diese Grundsätze ohne Sanktion verstoßen könnte.

Dem kann man nur zustimmen. Obwohl es im öffentlichen Diskurs noch immer nicht richtig angekommen ist, geht es bei wissenschaftlichem Betrug nicht um „Schummeleien“, die etwa mit dem hastigen frühmorgendlichen Abschreiben der Mathematikhausaufgaben beim Banknachbarn oder der Verwendung eines Spickzettels bei einem Vokabeltest vergleichbar wären. Es geht um eine zentrale Grundvoraussetzung der Wissenschaft: Intellektuelle Integrität. Wenn gegen diese so klar verstoßen wird wie in Mathiopoulos Dissertation, dann wäre ihr Verbleib in der Wissenschaft eine Katastrophe.

Aber der Fall zeigt trotzdem auch, dass die Problematik von wissenschaftlichem Betrug komplexer ist als die bisherigen Fälle der politischen Karrieristen Guttenberg und Koch-Mehrin vermuten lassen. Denn anders als die beiden hat Mathiopoulos nach ihrer plagiierten Dissertation weiter wissenschaftlich gearbeitet. Natürlich würde es nicht überraschen, wenn jemand, der in seiner Dissertation 380 Mal bei anderen abschreibt, das dann auch weiterhin tut, aber da in dieser Richtung derzeit kein Verdacht besteht, nehmen wir um des Arguments willen an, sie habe seither ehrlich und gut gearbeitet. Die Frage, die ich mir nun stelle, und auf die ich keine leichte Antwort finde, ist die: Können und sollen solche Leistungen bei der Würdigung des Falles berücksichtigt werden? Gäbe es eine bestimmte Menge wissenschaftlicher Leistungen, die einen schweren  Fehltritt bei der Dissertation in irgendeiner Form aufwiegen?

Was die konkreten Konsequenzen für Mathiopoulos angeht, spielt diese Überlegung keine Rolle, aber möglicherweise bei der moralischen Gesamtbeurteilung. Ich weiß es wirklich nicht, und bin interessiert an Ihren Meinungen.


28 Kommentare on “In den eigenen Reihen”

  1. Sideboard sagt:

    Ich bin ebenso hin- und hergerissen, was die Beurteilung (vermeintlich) guter Leistungen nach dem Fehltritt sind.

    Es erscheint mir inkonsequent, wenn einer Person, die früher ertappt wird, die Chance genommen wird, sich einen ‚moralischen Ausgleich‘ zu erarbeiten. Andererseits hat diese Person wiederum mehr Zeit einen Neustart zu versuchen. Wenn jemand 20 Jahre in einem Gebiet tätig war und ihr dann die Grundlage genommen wird, das weiter zu tun; funktioniert das dann? Da wäre es wiederum eine härtere Strafe erst später überführt worden zu sein.

    Ich fürchte, ich drehe mich im Kreis.

  2. Senficon sagt:

    Zu der Frage am Ende: Heilen sollte späteres wissenschaftliches Wirken den Betrug bei der Promotion nicht. Allerdings muss es grundsätzlich möglich sein, nach einer gewissen Sperrzeit erneut ein Promotionsverfahren anzutreten. Wenn man tatsächlich jahrelang einen ehrlichen wissenschaftlichen Beitrag geleistet hat, sollte einem im Anschluss daran eine Promotion unter fairen Voraussetzungen ja nicht allzu schwer fallen.

  3. ediederichs sagt:

    Ich denke, daß es nicht schaden kann, sich die im Sport etablierten Verfahren anzusehen. Auch dort bekommen doping-Sünder nach einer gewissen Zet wieder die volle Chance.

    • astefanowitsch sagt:

      Die Analogie zum Sport finde ich sehr hilfreich!

      • astefanowitsch sagt:

        So, jetzt nochmal mit Ruhe. Die Analogie zum Sport finde ich sehr hilfreich, denn sie zeigt ein zentrales Problem an einem Fall wie dem von Mathiopoulos: Wissenschaftliche Leistungen bauen aufeinander auf: Magister/Diplom ist Voraussetzung für die Promotion, die ist Voraussetzung für die Lehrerfahrung und die Weiterqualifikation, die man für eine Professur (auch eine Honorarprofessur) braucht. Wenn ein Schritt sich im Nachhinein als durch Betrug zustande gekommen herausstellt, wie sind dann die darauffolgenden Leistungen zu bewerten, die ja ohne diesen Schritt nie hätten erbracht werden können? Das ist beim Sport anders, da zählt jeder Wettbewerb von Neuem.

  4. Die Analogie zum Sport finde ich sehr hilfreich, denn sie zeigt ein zentrales Problem an einem Fall wie dem von Mathiopoulos: Wissenschaftliche Leistungen bauen aufeinander auf: Magister/Diplom ist Voraussetzung für die Promotion, die ist Voraussetzung für die Lehrerfahrung und die Weiterqualifikation, die man für eine Professur (auch eine Honorarprofessur) braucht.

    Es ist sicherlich nicht auszuschliessen, dass eine spätere Lebenserfahrung oder Lebensleistung auch autonom stattfinden kann, sofern zumindest grundlegende Talente vorhanden sind. Auf den konkreten Fall von Frau Mathiopoulos bezogen, ist das jedoch individuell zu bewerten. In zweifacher Hinsicht: 1. steht es unter Ihrem Vorbehalt, „nehmen wir um des Arguments willen an, sie habe seither ehrlich und gut gearbeitet“, was zu prüfen ist. 2. Hätte Frau Mathiopoulos bereits bei ihren Zulassungsvoraussetzungen, dem M.A. an der Universität Bonn, für die Promotion betrogen, wäre die gesamte akademische Karriere konsequent für null und nichtig zu erklären (wie das bei Reinboth in einem Fall bei der Universität Rostock dokumentiert ist.

    Wenn ein Schritt sich im Nachhinein als durch Betrug zustande gekommen herausstellt, wie sind dann die darauffolgenden Leistungen zu bewerten, die ja ohne diesen Schritt nie hätten erbracht werden können? Das ist beim Sport anders, da zählt jeder Wettbewerb von Neuem.

    Ersetzen wir das Wort „Weiterqualifikation“ aus dem ersten Zitat durch „Berufung“, wird der Prozess vielleicht sportlicher. Nehmen wir den Klassiker der Tour de France, wird deutlich, dass ein erfolgreiches Team recht automatisch für den nächsten Wettbewerb gesetzt wird. Bei Berufungen, möglicherweise bei Honorarprofessuren laxer, ist das Verfahren durchaus entsprechend. Als Pfund wiegt eben die vererbte Historie dokumentierter wissenschaftlicher Leistungen und nicht nur unbedingt die aktuelle „Fitness“. Hat sich denn schon jemand zu den aktuellen „darauffolgenden Leistungen“ von Frau Mathiopoulos überhaupt einmal schlau gemacht? Wie ist denn ihre momentane Wettbewerbs-Perfomance zu taxieren?

    LG
    RelativKritisch Redaktion

  5. ediederichs sagt:

    Die Sache wird aber noch komplizierter: Oft sind es bestimmte Themen, die Leute hoch und in Professuren bringen. Solche Zugmaschinen kommen aber nicht ständig vorbei. Außerdem setzt sich die eine Professur rechtfertigende Leistung immer aus mehreren Komponenten zusammen. Was nun, wenn nicht alle zu beanstanden sind?

    Da aber die Sportanalogie an entscheidender Stelle hinkt, könnte man Habilitationen oder Professuren vielleicht ruhen lassen, bis z.B. der Doktorgrad wiedererworben wurde.

    Es wäre ungerecht, aufgrund z.B. einer abgeschriebenen Diplomarbeit eine danach fehlerfreie Karriere von 10 oder 15 Jahren zu canceln.

  6. Es wäre ungerecht, aufgrund z.B. einer abgeschriebenen Diplomarbeit eine danach fehlerfreie Karriere von 10 oder 15 Jahren zu canceln.

    Warum? Schliesslich ist erstmal im Einzelfall zu prüfen, ob eine anschliesende „fehlerfreie Karriere“ vorliegt oder, abstrakt gesehen, überhaupt vorliegen kann.

    Und schliesslich bieten Sie selbst einen Ausweg an:

    könnte man Habilitationen oder Professuren vielleicht ruhen lassen, bis z.B. der Doktorgrad wiedererworben wurde.

    Ist die Fitness gegeben, sollte für einen bewährten wissenschaftlichen Dissertationsbetrüger die Einreichung einer neuen, für den Doktorgrad qualifizierenden Arbeit doch kein Problem sein. Die wird doch sozusagen aus dem laufenden Betrieb extrahierbar sein. Wie ein Sieg bei L’Alpe d’Huez.

    LG
    RelativKritisch Redaktion

  7. […] Kaum sind ein paar Tage vergangen, nachdem sich Silvana Koch-Mehrin ein neues Versteck im Europäischen Parlament suchen musste, ist der nächste Europaabgeordnete, Jorgo Chatzimarkakis, an der Reihe. Die Universität Bonn kündigte an, dem FDP-Politiker aufgrund einer positiven Plagiatsüberprüfung seiner Dissertation den Doktortitel zu enziehen. Wie VroniPlag jüngst mitteilte, bestehen abermals ernste Hinweise, dass auch die Doktorarbeit von Margarita Mathiopoulos zu erheblichen Teilen aus Plagiaten besteht. Pikantes Detail, die FDP-Politikerin, 1987 folgenschwer von Willy Brandt als parteilose SPD-Sprecherin vorgeschlagen, ist als Honorarprofessorin an der Universität Potsdam eine aktive Wissenschaftlerin. Oder wie Sprachlogger Anatol Stefanowitsch treffend feststellt, eine „In den eigenen Reihen“. […]

  8. Roland sagt:

    Eine Frage stellt sich immer wieder: Wieso beschäftigt man sich nur mit FDP-Politikern?
    Till Backhaus (SPD), Landwirtschaftsminister in M-V trägt seinen Doktor, Däubler-Gmelin auch,
    Steinmeier hat auch keiner überprüft.
    Und die Dissertationen der LINKE-Politiker haben nichts, aber auch gar nichts mit Wissenschaft zu tun.
    http://www.mfs-insider.de/jhs.htm
    Allein die Themen und der Umfang sagt schon alles!
    Die Opposition wird geschont (Bei den Grünen gibt es kaum Akademiker mit Abschluss), die FDP wird geprügelt!

    • ediederichs sagt:

      Wenn Ihnen ein Parteienproporz in dieser Sache wichtig ist, dann empfehle ich, sich selbst zu engagieren.

      Meine Unterstützung haben Sie dabei.🙂

    • @Roland: Der momentane „Überschuss“ an Plagiatsfällen auf Seiten von Schwarz-Gelb liegt meines Erachtens nach vor allem darin begründet, dass (a) in der Gruppe der Wiki-Plagiatsprüfer gewisse politische Präferenzen dominieren, die eher das gründliche Prüfen von Arbeiten aus dem Regierungslager als von Arbeiten aus dem Oppositionslager begünstigen und (b) darüber hinaus viele in der DDR abgelegte Dissertationen heute nicht mehr „greifbar“ sind (und schon gar nicht in elektronischer Form) und überdies zum Zeitpunkt ihrer Entstehung nicht „ergoogled“ worden sein konnten, weshalb Plagiate wesentlich schwieriger aufzufinden sein dürften. Nichts – aber auch wirklich gar nichts – davon entlastet allerdings einen Politiker auf Seiten von Union oder FDP, der bei seiner Arbeit plagiiert hat. Die Tatsache, dass etwa die Arbeit von Frank-Walter Steinmeier noch nicht in irgendeinem Wiki überprüft wurde, macht die Plagiate von Frau Koch-Mehrin kein bisschen weniger kritikwürdig. Im Übrigen hält Sie (oder jeden anderen) ja niemand davon ab, sich mit der Arbeit von Steinmeier zu befassen.

      Auch die Aussage, bei den Grünen gäbe es kaum Akademiker mit Abschluss (gemeint ist, nehme ich mal an, eine Promotion) ist zu korrigieren: 22% der FDP-Abgeordneten und 21% der CDU-Abgeordneten haben promoviert, allerdings auch 18% der Linkspartei-Abgeordneten, 14% der SPD-Abgeordneten und 13% der Abgeordneten von Bündnis90/Grüne. Insgesamt sitzen damit 119 Doktoren im Deutschen Bundestag, davon 73 in der schwarz-gelben und 46 in der rot-rot-grünen Ecke. Zu prüfen gäbe es also auch bei den anderen etwas. Ich hatte das hier mal aufgeschlüsselt:

      http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2011/03/wissenschaftler-im-bundestag-eine-crowdsourcingstatisik.php

      Nicht völlig von der Hand zu weisen ist auch die Vermutung, dass ein Doktortitel etwa in der CDU für die politische Karriere mehr wert sein könnte, als zum Beispiel bei den Grünen, was wiederum den einen oder anderen Politkarrieristen zu der Überzeugung führen könnte, dass er oder sie eben auch noch einen entsprechenden Titel „braucht“, den man unter anderen Umständen vielleicht nie in Angriff genommen hätte. In meiner Partei haben jedenfalls akademische und andere Titel einen gewissen Wert (anders ist kaum zu erklären, warum eine „Luftnummer“ wie zu Guttenberg so schnell Parteikarriere machen konnte), während der bislang größte Polit-Star bei den Grünen lediglich ein abgebrochenes Studium und eine Karriere als Taxifahrer vorzuweisen hatte (damit aber augenscheinlich eine erfolgreichere politische Karriere begründen konnte, als der Freiherr mit seiner plagiierten Dissertation)…

    • Christoph Jansen sagt:

      Man beschäftigt sich keineswegs nur mit FDP-Politikern, nur wird diese Tatsache von den Betroffenen konsequent verschwiegen. Etwa U. Brinkmann, SPD, ist ebenfalls überführt und hat seine Promotionsurkunde bereits an die Uni Hamburg zurückgeschickt. Das Verfahren wird wohl bald anlaufen. Zudem wurden bereits andere Dissertationen von Politikern anderer Pareiten untersucht.
      Falls nun wieder das Argument kommt, es handele sich um ein Bauernopfer: Brinkmann ist erst 33, gehört zum Seehheimer Kreis, hat 2010 promoviert, ist Dozent an der BW-Führungsakademie. Das Datum, 2010, zeigt, dass der Fall urheberrechtlich verfolgbar ist, außerdem verlangt die rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität HH eine eidesstattliche Versicherung vom Einreichenden, deren fälschliche Abgabe ebenfalls strafbewehrt ist. Ein Bauernopfer hätte man sicher anders ausgewählt.

    • Christoph Jansen sagt:

      Noch ein Nachgedanke: Auf die LINKEN-Politiker loszugehen, könnte ein Bumerang werden, darum lässt man es geflissentlich. Alle Parteien haben ex-Kader in ihren Reihen und müssten fürchten, dass auch in deren Vergangenheit gewühlt wird.
      Zudem war die Promotion in der DDR nicht für jeden zu haben, man musste schon einiges an Linientreue bewiesen haben. Eine frühere Mitbewohnerin von mir gab einmal unumwunden zu, in die FDJ eingetreten zu sein und dort fleißig mitgearbeitet zu haben, um später studieren zu können. Das sei halt so gewesen.
      Ich will nun weder behaupten, dass Angela Merkel eine überzeugte Anhängerin des Systems gewesen ist, noch dass ihre Chance auf ein Doktorandenstudium sowie die Zulassung zur Promotion hauptsächlich auf Linientreue zurückzuführen ist. Sie ist Naturwissenschaftlerin, und da gelten etwas andere Gesetze und die Dissertationen haben wenig ideologischen Nährwert.
      Trotzdem würde eine ehrliche Aufarbeitung dieser Thematik für alle in der DDR promovierten am Ende ein gewaltiges Geschmäckle hinterlassen – man siehe nur das Geschmäckle, das bereits durch die vermeintliche einseitigkeit von Vroniplag in der Öffentlichkeit verbreitet ist und zu etlichen sehr unschönen Aussagen und Reaktionen geführt hat.
      Und das möchte man sicher bei der herausgehobenen Stellung einer DDR-Doktorin vermeiden. So was nennt man dann wohl ein technisches Patt.

    • JG sagt:

      Die Frage gehört besser umgedreht: Warum zieht es PlagiatorInnen zuförderst zur FDP?
      JG

  9. Peter sagt:

    Dann sollten wir doch diversen falschen Ärzten, die in der Praxis erfolgreich waren (einer bei 190 Operationen, soweit ich gelesen habe), doch auch eine Chance geben. Statt in den Knast erst einmal Abitur nachholen lassen, dann Studium und Promotion. Oder noch besser: einfach aufgrund nachweislicher Heilerfolge ex post alles anerkennen. Damit die bloßgestellten Kollegen, Spektabilitäten und Magnifizenzen am Ende doch noch ein bißchen recht behalten.
    Ich will damit sagen: Betrug bleibt Betrug. Der wird nicht durch nachträgliche Erfolge geheilt. Akademikern, die sich so in den Lehrbetrieb gemogelt haben, sollte nicht nur einfach die Lehrbefugnis entzogen werden. Es sollte ihnen auch jegliche Möglichkeit, erneut einen Anlauf zu unternehmen, zukünftig verwehrt bleiben.

  10. @Roland: Der momentane „Überschuss“ an Plagiatsfällen auf Seiten von Schwarz-Gelb liegt meines Erachtens nach vor allem darin begründet, dass (a) in der Gruppe der Wiki-Plagiatsprüfer gewisse politische Präferenzen dominieren, die eher das gründliche Prüfen von Arbeiten aus dem Regierungslager als von Arbeiten aus dem Oppositionslager begünstigen und (b) darüber hinaus viele in der DDR abgelegte Dissertationen heute nicht mehr „greifbar“ sind (und schon gar nicht in elektronischer Form) und überdies zum Zeitpunkt ihrer Entstehung nicht „ergoogled“ worden sein konnten, weshalb Plagiate wesentlich schwieriger aufzufinden sein dürften. Nichts – aber auch wirklich gar nichts – davon entlastet allerdings einen Politiker auf Seiten von Union oder FDP, der bei seiner Arbeit plagiiert hat. Die Tatsache, dass etwa die Arbeit von Frank-Walter Steinmeier noch nicht in irgendeinem Wiki überprüft wurde, macht die Plagiate von Frau Koch-Mehrin kein bisschen weniger kritikwürdig. Im Übrigen hält Sie (oder jeden anderen) ja niemand davon ab, sich mit der Arbeit von Steinmeier zu befassen.

    Auch die Aussage, bei den Grünen gäbe es kaum Akademiker mit Abschluss (gemeint ist, nehme ich mal an, eine Promotion) ist zu korrigieren: 22% der FDP-Abgeordneten und 21% der CDU-Abgeordneten haben promoviert, allerdings auch 18% der Linkspartei-Abgeordneten, 14% der SPD-Abgeordneten und 13% der Abgeordneten von Bündnis90/Grüne. Insgesamt sitzen damit 119 Doktoren im Deutschen Bundestag, davon 73 in der schwarz-gelben und 46 in der rot-rot-grünen Ecke. Zu prüfen gäbe es also auch bei der Opposition einiges…

  11. Dr. Martin Klicken sagt:

    @Peter: Ich wollte gerade einen Beitrag wie den Ihren verfassen! Danke sehr, Sie haben mir das Schreiben erspart. Genau! Folgte man der Argumentation der nachträglichen Heilung durch erfolgreiches Arbeiten in der Wissenschaft zu blind, müsste man sich auch fragen, inwiefern nicht ein als Chefarzt umherwandelnder Postangestellter irgendwann so erfolgreich und „heilsam“ war, dass auch er alles ex post anerkannt bekäme.
    Aber es ist tatsächlich nicht ganz einfach, das stimmt. Auch ich habe hier noch keine einfache Antwort gefunden.
    Grüße
    Martin Klicken

  12. Friedemann Weitz sagt:

    Universitaeten – real existierende und durchaus konkrete Institutionen, aber in gewisser Weise auch ’nur‘ eine abstrakte Groesse – verleihen Doktortitel und Doktorwuerde/n: Sie (also: die sie repraesentierenden Menschen) sollten meines Erachtens jetzt das Heft des Handelns in die Hand nehmen, also ueberpruefen, ob bei bisherigen Promotionen alles mit rechten Dingen zugegangen ist (nach jeweils gueltigen Bestimmungen und Gepflogenheiten; letztere Standards oder Selbstverstaendlichkeiten sind natuerlich selbst wieder ein eigenes Thema …). Bei Verstoessen gegen Recht und Ordnung korrigiert die jeweilige Universitaet ggf. ihre Fehlentscheidung und nimmt den Doktortitel zurueck – unter bestmoeglicher Wahrung der – grosses Wort: – Wuerde des/r ‚Betroffenen‘. Die Universitaeten stehen jetzt im Rampenlicht und in der Verantwortung: Eine (nicht nur einfache oder nur angenehme, aber – wie ich meine – doch gute) Gelegenheit in Tat und Wort zu zeigen, was Wissenschaft und Wissenschaftsbetrieb ist und zu leisten vermag.
    Dann oder jetzt waere (was an dieser Stelle – wie so manches Andere – nicht geschehen soll) weiterzudenken und zu erwaegen: Wer oder was gibt den Anstoss fuer eine Ueberpruefung, was ist hier realistisch, was wuenschenswert, wer uebernimmt gegebenen Falls die konkrete Arbeit usw. usf. (Fuer den Moment wie Anfang erst einmal so weit – so gut?)

  13. Frank Fischer sagt:

    Das mit Abstand Reflektierteste, was ich bisher zum Gegenstand gelesen habe. Danke. Was mich zu der Frage bringt, warum die „Leitmedien“ das Thema (abgesehen von Guttenberg natürlich, aber auch da blieben die spannendsten Fragen ungestellt) bislang eher mit spitzen Fingern anfassen. Nur als Gedankenspiel: ginge es beispielsweise um Herrn Gysi oder Frau Wagenknecht (ich weiß, die promoviert noch), würde die größte Trommel geschlagen: „Spiegel“-Titel, „Brennpunkt“, Talkshows etc. Hier jedoch: Dienst nach Vorschrift, Verbleib an der Oberfläche mit Tendenz zur Bagatellisierung. Naja, wird vielleicht noch. Weder SKM, noch JC, noch BDS werden durchkommen. MM schon gar nicht…

  14. Frank Überall sagt:

    Ich habe gestern abend auf vroniplag eingestellt, dass der Volljurist Dr. rer. pol. (Universität der Bundeswehr, Fakultät Sozialwissenschaft) Martin Lindner, FDP, auf der Bundestagswebseite zu Unrecht den Grad „Doktor der Rechte“ führte. Außerdem heißt es (immer noch) irreführend im englischen Lebenslauf seiner privaten Webseite „Law student at the Ludwig-Maximilians-Universität in Munich, PhD“. Ferner hatte ich die Promotionsordnung verlinkt, aus der sich ergibt, dass keine Promotionsmindestnote an der Fakultät Sozialwissenschaft der UniBw existiert. Das Verhalten ist wegen § 132a StGB mindestens ebenso gravierend wie ein schlichtes Textplagiat.
    Der Beitrag über die falsche Gradeführung des Dr. Martin Lindner (falsch „Dr. der Rechte“ statt richtig „Dr. rer. pol.“) wurde gelöscht. War die FDP-Polizei unterwegs? Denn heute ist auf der Bundestagsseite (statt gestern „1999 Promotion zum Doktor der Rechte an der Universität der Bundeswehr in München.“ ) nur noch zu lesen „1999 Promotion an der Universität der Bundeswehr in München.“.
    Ich habe nicht nur meine Wahrnehmung, sondern auch einen screenshot, den ich – wenn Interesse besteht – gerne zur Verfügung stelle. Im Googlecache (http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:eMzPR9zi4AIJ:www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/L/lindner_martin.html+%22martin+lindner%22&cd=8&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a&source=www.google.de) wird man immer noch fündig.

  15. marcusb sagt:

    Es muss ja nicht unbedingt eine einfache Antwort geben, warum auch? Darum sollte es meiner Meinung nach nicht gehen. Das gravierende an der Situation ist nicht, dass es Betruegereien gibt, sondern dass es einen Widerspruch gibt zwischen Anspruch und Erwartungen einerseites und Wirklichkeit andererseits. Diese Widersprueche muessen geloest werden, damit es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Menschen geben kann.
    Dieses Problem kann nicht durch nachtraegliche, irregulaere Heilung geloest werden, weil diese Heilung eben irregulaer waere und damit willkuerlich. Willkuer schafft aber kein Vertrauen.
    Es gibt natuerlich andere Moeglichkeiten: Man kann die Ansprueche fuer alle Senken, bis zur voelligen Amnestie. Man kann auch die Erwartungen senken, und einem Doktorgrad nicht automatisch eine Leistung zuschreiben, sondern muss dann halt bei jeder Beurteilung „hintern den Grad“ schauen, wie es in anderen Laendern selbstverstaendlich ist. Man kann auch die Promotionsverfahren aendern, so dass Betrug sehr viel schwerer wird.
    Die Ideenlosigkeit und zur Schau gestellten Inkompetenz der Wissenschaftsgemeinde in diesen Fragen ist meiner Meinung nach ein unwuerdiges Schauspiel.

  16. Erbloggtes sagt:

    Es steht jedem frei, sich nach Aberkennung eines Doktortitels erneut jahrelang hinzusetzen und einen neuen zu erwerben. Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen hat das so gemacht. Am 22. Februar 2011 wäre mein Rat an Guttenberg gewesen, das ebenfalls zu probieren. Alles gestehen, auch sich selbst gegenüber; dann neu anfangen, und in zehn Jahren könnte er zeigen, dass er auch (wissenschaftliche) Leistung bringen kann, wenn die Prüfer genau hinschauen. Vielleicht funktioniert unsere Medienöffentlichkeit nicht mehr so wie in den 1970ern. Oder die PR-Strategien, die moderne Plagiatoren verfolgen, sehen heute einfach ganz anders aus.

    Zur Frage, ob man durch eine Menge wissenschaftlicher Leistungen einen schweren Fehltritt bei der Dissertation in irgendeiner Form aufwiegen kann, möchte ich ein Beispiel aus einem anderen Bereich vorstellen:

    1998 diskutierte der Deutsche Historikertag über „Historiker im Nationalsozialismus“. Keine schöne Angelegenheit; viele hatten sich in den Dienst des NS-Regimes gestellt, einige hatten im Rahmen von Forschungsprojekten die „Entjudung“ Osteuropas vorbereitet. Eine ganze Reihe junger Historiker hat 1945 eine Art Amnesie gehabt und ist in der Nachkriegszeit auf Professuren gelangt, bis in die höchsten wissenschaftlichen Höhen aufgestiegen.
    1998 führten die Schüler dieser nationalsozialistisch promovierten Historiker zu deren Verteidigung an, sie seien 1945 quasi bekehrt worden, in den 1950er und 1960er Jahren besonders liberal gewesen und hätten ihren Studenten ermöglicht, eigene Meinungen und Forschungsrichtungen zu entwickeln. Dies habe die Demokratisierung der deutschen Universitäten und den Aufstieg der innovativen deutschen Sozialgeschichte in den 1970er Jahren erst ermöglicht.
    Auch hier lässt sich die Frage stellen, ob die spätere „Lebensleistung“ die Schuld von Wissenschaftlern, die die „Umvolkung“ betrieben haben, irgendwie aufwiegen kann. Man kann auch fragen, was das für deren Ansehen im Fach, für Ehrungen, Festschriften, Traditionen und für den „Kern“ der Wissenschaft bedeutet, die von den „verwandelten“ Nazi-Historikern in der Nachkriegszeit gemacht wurde. Das sind alles keine leichten Fragen.

    Meine persönliche Intuition ist, dass man natürlich jung und dumm gewesen sein kann, dann einen Lernprozess durchlaufen haben, und am Ende dieses Prozesses in der Lage gewesen sein kann, legitimes wissenschaftliches Ansehen zu erlangen. Die Voraussetzung für diesen Wandel und Neuanfang wäre aber nach meiner Ansicht das öffentliche Eingeständnis der eigenen Untaten in der Phase des Lernprozesses. Erst wenn man (sich) seine Fehltritte (ein)gesteht, kann man einen glaubwürdigen Neuanfang wagen.

    Ich nehme an, ungefähr in diese Richtung geht auch die katholische Vergebungstheorie durch Beichte. Auch in unserer Medienöffentlichkeit dürfte sowas gut ankommen; Inszenierung mit Büßergewand, Tränen und Geißel inbegriffen. Nur die Plagiatoren, die erkennen offenbar nicht die Chance, die das für sie eröffnet.

    Die Historiker haben über ihre eigene Nazi-Vergangenheit stets geschwiegen. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entsprachen dem seinerzeit. Aufklärung über die Frage, wo man in der NS-Zeit war, wollte kaum jemand (und noch weniger wollten sie geben).

    In Sachen Wissenschaft und Plagiate ist das Klima heute anders, hoffe ich.

    • FF sagt:

      Man mußte wohl damals schon Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen heißen, um eine zweite Universität und einen zweiten Doktorvater für eine zweite Promotion zu finden, nachdem sich die erste als Täuschung erwies… Für einen Wilhelm Meier hätte es keine zweite Chance gegeben. Außerdem hatte der Hohenzollernprinz durchaus ein echtes Interesse an seinem Fachgebiet, was ich bei Guttenberg/Koch-Mehrin/Chatzimarkakis keine Sekunde unterstellen würde…

  17. Die Uni Bonn scheint den „Fall Mathiopoulos“ gänzlich anders zu bewerten:

    „Eine Plagiatsdebatte gibt es auch um die Doktorarbeit der FDP-Politikerin Margarita Mathiopoulos. Die Universität Bonn will die Doktorarbeit der Unternehmerin nach Angaben eines Sprechers aber nicht erneut prüfen. Das hatte die Uni schon 1991 getan. „Damals hat man festgestellt: Bei allen Bedenken, die man haben mag, reicht es nicht, ihr den Titel abzuerkennen“, so Uni-Sprecher Klaus Herkenrath.“

    http://www.n-tv.de/politik/Schavan-kritisiert-Universitaeten-article3610556.html

    • astefanowitsch sagt:

      Das Zitat von Herkenrath stammt von Mitte Juni. Offensichtlich hat man nach der Veröffentlichung des VroniPlag-Berichts diese Position noch einmal überdacht (siehe die oben zitierte Pressemitteilung).


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