Die Ökonomie des Plagiats in den Sozial- und Geisteswissenschaften

In Internetdiskussionen um die Plagiatsfälle in jüngster Zeit an denen ich beteiligt war, wurde über kurz oder lang immer wieder darauf hingewiesen, dass dies vor allem mit den Standards in den Sozial- und Geisteswissenschaften zu tun hätte. Wer so argumentiert, macht es sich zu einfach.

Das Grundproblem ist Betrug und nicht das Fach in dem er begangen wird. Wenn in einem besseren Quartier eine Einbruchserie stattfindet, kommt auch niemand auf die Idee, den Bewohnern die Schuld zu geben, weil ihr relativer Reichtum halt die Diebe anzieht. Wie Florian Freistetter in seinem Post auf Astrodicticum Simplex gestern gut für die Naturwissenschaften erklärte, der Betrug mag andere Formen annehmen, aber es wird sich immer jemand finden, der ein Haus als lohnendes Einbruchsprojekt sieht.

Es ist stimmt vermutlich, dass man in den Geistes- und Sozialwissenschaften leichter mit einer plagiierten Arbeit landen kann, vor allem wenn man es von Anfang an darauf auslegt und entsprechend zielgerichtet vorgeht. Ich will aber zuerst einmal festhalten, dass es verschiedene Typen von Forschung in Sozial- und Geisteswissenschaften gibt. Es gibt die Forschungsprojekte die kreative neue Ansätze bieten und als Originalität als Merkmal haben. Dies sind häufig auch die interessantesten Artikel. Plagiate sind dort bestenfalls in den nicht-substantiellen Teilen möglich, dazu fehlt aber der Anreiz (warum soll ich in einem Literaturüberblick abschreiben?). Das Gegenstück dazu ist, was einem etwas ausgeweiteten Literaturüberblick nahe kommt. Man nimmt verschiedene Werke, mischt sie neu zusammen und streut eine Prise eigene Gedankenarbeit drüber. Das ist weder verwerflich noch illegal, häufig aber schlicht eher uninteressant und daher auch meist schnell wieder vergessen.

Ich schreibe hier vor allem von meinen Erfahrungen in den Internationalen Beziehungen und Politikwissenschaften in der Schweiz. Es gibt teilweise grosse Unterschiede was in verschiedenen Ländern zum Beispiel unter Politikwissenschaften verstanden wird. Nicht zuletzt die Plagiatsfälle aus Deutschland überraschten mich unter anderem damit, was als politikwissenschaftliches Thema durchgeht (das ist keine Kritik, es ist einfach eine Definitionssache). Sicherlich gibt es grosse Variationen in Abhängigkeit von Fach, Land und Universität, vielleicht gar akademisches Departement. Gerade Medizin und Jura sind berüchtigt dafür, eher dünne Dissertationen zu produzieren, die andernorts wohl eher als Masterarbeit gelten würden. Dies zwei Fächer sind ein anderes Thema und dazu kann ich mich hier nur schlecht äussern. Es heisst vor allem auch nicht, dass alle, die in diesen Fächern dissertieren auch solche mageren Arbeiten abliefern, selbst wenn dies für die Mehrheit der abgegebenen Arbeiten der Fall wäre.

Viel Forschung in den Sozial- und Geisteswissenschaften beinhaltet ein gutes Mass an Knochenarbeit: Datensätze erstellen, Interviews führen, variablen kodieren und Datensätze auswerten. Am Anfang sollte eine Frage oder ein Rätsel stehen, welches so noch von niemanden beantwortet wurde. Das soll hier nicht als Plädoyer für quantitatives Arbeiten verstanden werden. Methodische Klarheit und Transparenz ist auch bei qualitativer Forschung zentral und die genannten Aspekte findet man dort genau so, manchmal vielleicht einfach weniger explizit. Das Problem ist aber, dass sich das ganze auf einem Kontinuum abspielt und man mit den Arbeiten Typ Literatur-Remix mancherorts auch durchkommt.

Die Ökonomie des Plagiats übernimmt dann den Rest. Es ist eine Frage der Kostenminimierung. Wer nur auf den Titel abzielt wird den einfachsten Weg wählen. Darum gibt es auch Betrugsfälle in den Naturwissenschaften, aber diese sind typischerweise anders motiviert. Wer eine Doktor will um ihn aufs Wahlplakat drucken zu können, wird sich hierfür kaum ein naturwissenschaftliches Fach aussuchen. Deswegen ziehen Sozial- und Geisteswissenschaften die Titeljäger aus der Politik an und nicht weil ein methodisches anything goes vorherrscht.

Was kann man also dagegen tun? Einen Bodensatz von Betrug wird es wohl immer geben und man kann nur versuchen diesen zu minimieren. Transparenz in der Methodik zu verlangen ist sicher ein Weg dazu. Es müsste vielleicht auch mehr Originalität vorausgesetzt werden, wobei ich eigentlich denke, dass dies vielerorts sowieso schon der Fall ist. Eine weitere Massnahme ist eine soziale: Dank technischer Möglichkeiten ist es heute einfacher Plagiate zu finden. Falls jemand eines solchen überführt wird, muss klar signalisiert werden, dass dies inakzeptabel ist und klare Konsequenzen hat. In anderen Worten man ändert die „Kostenstruktur“ der Ökonomie des Plagiats. Jene, die mit den vermeintlichen Standards den Betrug zu verharmlosen versuchen, tun genau das Gegenteil und werden so zu Komplizen im Schaffen des Zustandes, den sie kritisieren.

Zum Autor: Ali Arbia bloggt normalerweise auf scienceblogs.de wo er das Blog zoon politikon betreibt.


9 Kommentare on “Die Ökonomie des Plagiats in den Sozial- und Geisteswissenschaften”

  1. ockham sagt:

    Wie misst man Redundanz in einer scientific community

    Das scheint mir eine Hauptfrage. Mittlerweile gibt es Datenbanken die das machen. Siehe hier z.B.. In China bei 33%. Redundanz ist wichtig, da nicht jeder einzelne jedes Paper lesen kann, Ideen und Neuerungen müssen also verbreitet werden, aber wirklich nur neue und gute. Was wäre eine günstige Redundanzrate? Sollte man die Anzahl von Referenzen z.B. limitieren, dieser Vorschlag tauchte afaik schon mal auf. Ich wette, dass vor allem in der Physik es viele wenig zitierte und wenige sehr hoch zitierte Paper gibt. Die Spreu ist gut vom Weizen getrennt. Wie die Lage in anderen Naturwissenschaften ist indiziert dieser aktuelle und detaillierte Vortrag. Besonders Self-Plagiarism ist mir darin aufgefallen, in der deutschen Debatte, die oft um geistiges Eigentum anderer kreist, taucht das nicht auf. In den Geisteswissenschaften vermute ich wird man einen sehr breiten Gürtel von vielzitierten Papers haben, unnötige Redundanz, eher Tannenbaum statt gaussförmig wie in der Physik.

    Ein bisher noch nicht genannter Grund für Plagiate v.a. in den Geisteswissenschaften scheint mir auch die Wertschätzung anderer für eine Arbeit zu sein. Wen niemand auf zeitnahe echte Ergebnisse für die eigene Forschung wartet wie dies in der Physik bei Diplomarbeiten der Fall ist (Messreihen, Veruschs-Optimierungen, Simulationen) fragt sich ein Doktorand natürlich wofür er sich den Ar… jahrelang aufreissen soll. Wieviele Personen haben final KTG Arbeit ganz gelesen nach 7 Jahren? Man sollte sich mal anschauen wieviel arbeitsgruppeninterne Diplomarbeiten und Disserationen in der Physik zitiert werden im Vergleich zu den Geisteswissenschaften. Ein Verhältnis Downloadanzahl zu Zitatitionsrang würde zeigen, welche Wertigkeit durchschnittlich zitierte geisteswissenschaftliche Arbeiten haben.

    Ich denke nicht, dass wir Vroniplag für Physik brauchen, hier übernimmt die scietific community diese Aufgabe korrekt und durch Internet sogar besser da man schneller an Messdaten kommt und diese vergleichen kann. Kollaborative Gruppen wie Polymath regulieren ihre Daten sogar selber, diese Projekte tauchen v.a. in den Naturwissenschaften auf. Bei den Geistenwissenschaften hat es leider einen gegenteiligen Effekt, da ihre Methode grösstenteils Reflektion und weniger neue Daten/Experimente ist. Es ist schon schwer zu sagen was aktuelle Paradigma ist an dem sich neue Paper reiben. Durch das Internet wird die Reflektion aber gerade von Redundanz ausgehölt. Interessant ist das Google z.B. deswegen seinen Suchalgorithmus stark geändert (Panda-Algorithmus) hat um qualitativ hochwertige Texte besser auszufiltern und „Content-Farmen“ ein schlechteres Ranking zu geben. Der Tannenbaum wird verschlankt. Die Geisteswissenschaften sollten imho gründlich über ein Limit für Referenzen und Fussnoten nachdenken, selbst bei korrekter Zitierweise ist dies ein grundsätzliches Problem, das einer Eingrenzung bedarf (cite & publish or perish). Man sucht nicht mehr mit den Augen selektiv nach sinnnahen Informationen, sondern mit der Suchmaschine assoziativ. Wissenschaft ist aber kein Brainstorming sondern log. datenbasiertes Schlussfolgern. Ein semantisches Web haben wir leider noch nicht, das könnte die Geistenwissenschaften stark beeinflussen in der Qualität

  2. Friedemann Weitz sagt:

    (M)Eine Rand- und Seitenfrage:
    Wie steht es um die ‚Oekonomie‘ des Plagiats? Laesst sich da wirklich (und nachweisbar) von einer Arbeitserleichterung und Arbeitsersparnis reden? Beim nicht selten bemuehten (schief bis falsch, in der Sache wenig hilfreichen) Abschreiben in der Schule (Hausaufgabe, Vokabeltest) sehe ich die ‚Vorteile‘, aber bei den jetzt zur Diskussion stehenden Schriftstuecken und Publikationen: Steckt da nicht eine – salopp gesprochen: – Schweine/Heiden/MordsARBEIT drin (die Frage, wer [sich] die gemacht und erbracht, einmal ein=ausgeklammert)? 1:1-Uebernahmen am Stueck (‚Darf’s auch ein Seitchen mehr sein?‘) (er)sparen sicher manches, aber Auswahl und Anordnung, nicht selten auch redaktionelle Aufbereitung: Das soll/te keine (Eigen-)LEISTUNG sein? Zuweilen will mir derlei Tun so anspruchsvoll anstrengend erscheinen, da bin ich doch schneller und leichter am Ziel, wenn ich selbst — oder?

    • ockham sagt:

      Sie vergessen, dass es mittlerweile ja schon eine bewiesene Ökonomie in Form von Doktorfabriken gibt. Scheinbar zahlen Leute lieber ein paar 1000 Euronen als sich selber die Mühe zu machen. Sich eloquent und überzeugend auszudrücken will auch gelernt sein. Die professionellen Fälscher der Doktortitelagenturen im Netz haben darin natürlich mehr Übung😉 durch mehrfaches Schreiben. Man untergräbt also den Wert des Titels und setzt gleichzeitig die Messlatte höher eine gute Arbeit abzuliefern.
      Logischerweise, werden die Doktortitelagenturen weniger plagiieren als eigenständige Fälscher wie KTG, sie müssen ja für das Geld eine Mindestqualität liefern und nicht ein reines copy&paste Produkt bzw. werden sie es mit teurer Software abchecken, wieviel Vroniplag finden würde, aber auch dass wird ja immer mehr durch Bestechung und Institute im Ausland versucht zu umschiffen. Man kauft Professoren. In den Naturwissenschaften, wo meist alle Doktoranden in Gruppen arbeiten geht das nur sehr schwerlich. Wenn man die Kontrolleure zumindest nicht stichprobenartig kontrolliert wird sich da vermutlich nicht viel ändern. An Apelle glaub ich hier persönlich nicht.

  3. voerdus sagt:

    An der Universität an welcher ich gerade an meinem Bachelorstudium arbeite, gab es in der letzten Woche zwei interessante Veranstaltungen zu dem Thema.
    Zum einen einen Vortrag von Frau Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, welchen ich Aufgrund eines Seminars leider verpasst habe. Ein Kommilitone berichtete mir jedoch, dass in ihrem Vortrag auch zur Sprache gekommen sei, dass das Bild, das es vorallem in den Geisteswissenschaften häufiger zu Plagiaten kommt so nicht der Wirklichkeit entspricht.
    (Frau Weber-Wulff hat im übrigens ebenfalls einen Blog der sich mit Plagiatismus beschäftigt http://copy-shake-paste.blogspot.com/).
    Die zweite Veranstaltung an welcher es mit möglich war teilzunehmen, war eine Podiumsdiskussion zur Eröffnung des Philosophischen Fakultätentages.
    Unteranderem wurde die Frage gestellt, inwiefern die Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft funktioniert bzw. versagt hätten und in wiefern man Konsequenzen aus den aktuellen Vorkommnissen ziehen müsste.
    Etwas irritierend fand ich dabei die von vielen Mitgliedern vertretene Meinung, es gibt erst einmal kein Problem, es könne sich nur um Einzelfälle handeln etc.
    Meiner Ansicht nach begünstigt eine Solche Grundeinstellung jedoch, dass keine wirklichen Konsequenzen gezogen werden. Vielmehr erschiene es mir sinnvoll, die aktuellen Ereignisse dazu zu nutzen, genau diese Grundeinstellung auf den Prüfstand zu stellen, wodurch ja noch nicht gesagt wäre, dass es tatsächlich kein tieferliegendes Problem gibt.

    Zu dem oben genannten Punkt, der verschiedenen Arten von Arbeiten, also Forschungsprojekt und ausgeweiteten Literaturüberblick fand ich eine auf der Diskussion gemachte Aussage äußerst sinnvoll.(Leider geben mir weder meine Notizen noch meine Erinerungen einblick wer genau dies gesagt hatte)
    Sinngemäß wurde gesagt, dass eine Doktorarbeit als wissenschaftliche Arbeit dazu dienen soll die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten zu belegen und sie eigentlich einen echten wissenschaftlichen Mehrwert bieten sollte. Das bedeutet derjenige der die Arbeit schreibt muss sich den aktuellen Wissensstand des bearbeiteten Gebietes aneigen und dann in seiner Arbeit darüber hinausgehen. Würde dieses Kriterium bei manchen Arbeiten stärker beachtet werden würde das Plagiieren automatisch viel schwerer fallen, als bei einem erweiternden Literaturüberblick der in vielen Fällen praktisch keinen wissenschaftlichen Mehrwert schafft.

    (Als Informationszusatz folgende Personen waren an der Podiumsdiskussion beteiligt: Prof. Dr. Birgitta Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der BILD-Zeitung, Prof. Gerhard Wolf, Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentages und Prof. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg http://www.ovgu.de/home/rpoe/presse_medien/pressemitteilungen/pmi_2011/pressemitteilungen_juni_2011/pm_81_2011.html )

  4. Marc sagt:

    @ockham: warum sollte redundanz denn ein problem darstellen? mir will das nicht einleuchten. was sicherlich richtig ist, die redundanz in unterschiedlichen wissenschaftsgebieten unterschiedlich ausgeprägt. allerdings geht es ja nicht darum, dass man einfach dinge wiederholt, sondern dass man deutlich macht, in welchem verhältnis diese erkenntnisse zum eigenen forschungsbereich und zur eigenen theoretischen verortung stehen. und dafür ist diese redundanz auch mehr oder weniger zwingend notwendig. und sie ist auch keinesfalls dadurch zu lösen, dass man die zitate in der anzahl reglementiert. es gibt bestimmte dinge, die es redundant aufzuzeigen gilt, da ich alle erkenntnisse, die nicht meine sind in meiner promotion als solche kenntlich machen muss.

    • ockham sagt:

      Mit Redundanz meine ich hier zu aller erst plagiierte (paraphrasierte) Stellen, keine gekennzeichneten Zitate. Denken sie das Ganze mal zu Ende. Durch das Internet & PC hat Copy&Paste zugenommen weil es einfacher ist. Es wird immer mehr plagiiert bei angenommener gleichbleibender Anzahl der Wissenschaftler (in China bereits bei 33% von 21 gestiegen binnen Jahren) Schlussfolgerung: Die gleiche Anzahl von Wissenschaftler braucht immer länger Zeit (die sie nicht hat und die nicht wächst), um wirklich neue Informationen in dieser redundanten zu finden und diese zu reflektieren und dann dazu in gekennz. Zitaten Bezug zu nehmen bzw. erkennt plagiierte Information als neu an, obwohl bereits vor Jahren publiziert. Ein Teufelskreis. Die grossen Journale wie Science und Nature werden ja gerade deswegen am meisten gelesen, weil darin die Redundanz am niedrigsten ist, es kommen nur die wichtigsten und neusten Informationen darin vor. Der Peer-Reviewer beurteilt hier, hat aber auch nur eine gleichbleibende Such- und Beurteilungszeit…Diese Entwicklung zusammen mit Publish or Perish führt dazu, dass immer mehr Redundanz entsteht, in der die wirklichen Neuigkeiten immer schwerer zu finden sind für alle Beteiligten. Google löst im Web wie angesprochen das Problem mit dem Panda-Algorithmus. In der wiss. Literatur sollen aber Menschen das Peer-Review übernehmen, kein Algorithmus. Man muss also die exp. steigende Redundanz versuchen irgendwie einzugrenzen.

      Zitat aus misconduct of redundant publication

      * It may infringe international copyright law
      * It unnecessarily overburdens the finite resource of
      expert peer reviewers
      * The already overloaded medical literature is made more
      extensive by unnecessary, repetitive information
      * Dividing rather than combining closely related data
      from a single group impedes scientific communication
      * Multiple reports mayresult in unfounded overemphasis
      ofthe importance ofthe findings
      * It may interfere with subsequent meta-analysis by
      apparent boosting of patient numbers with specified
      outcomes
      * It distorts those academic career and research funding
      systems that judge researchers by the numbers of their
      publications.

      Hier ähnliches Eine zeitweise Limitierung von Referenzen würde wie eine Diat auf das geisteswiss. Publikationswesen wirken, weil eigene Gedanken deutlicher entwickelt werden müssten. Die Naturwissenschaften entdecken von sich aus immer neue berichtenswerte Phänomene weil die Natur mehr offenbart je genauer wie messtechnisch hinsehen können. In den Geisteswissenschaften ist das kein Selbstläufer, v.a. wenn die Redundanz steigt und steigt. Ich sehe hier in den Kommentaren und Posts der Geisteswissenshcaftler nicht die Differenzierung und Einsicht, dass sie es mit fundamentaleren Auswirkungen zu tun haben für ihr Fach als in den Naturwissenschaften, wo die Selbstreinigungfaktoren (klares Wahrheitskriterium= reprozierbare Messergebnisse, Gruppenveröffentlichung gegenseitiges Vertrauen, Redundanzeingrenzung durch Fortschritt in Messmethodik) weitaus grösser und dominant sind und durch techn. Fortschritt sogar stärker zunehmen. Heute ist es schwerer in den Naturwissenschaften zu betrügen als vor 50 Jahren, in den Geisteswissenschaften ist aber genau anders herum aufgrund des techn. Fortschritts und der gestiegenen Redundanz! Deswegen wird ja in den Geisteswissenshcaften nach Titel gejagt. Die Aussagen, dass in den Naturwissenshcaften die gleiche Problematik herrscht ist wenn Absicht ein gutes Täuschungsmanöver aber eben am Problem vorbei. Die Anzahl der Patente steigt kontinuierlich, hier gibts kein so grosses Redundanzproblem, dass es den Wissensfortschritt signifikant behindern könnte. Die Aussage vieler Professoren von überführten Betrügern jetzt sind imho ein Armutszeugnis: „Wir hatten noch nicht die Mittel die Arbeiten auf Plagiate hin so umfassend zu prüfen“ Wenn über 50% einer Arbeit plagiiert sind, muss es auch nicht auffallen, dass es plagiierte Stellen sind, aber das die Information redundant und veraltet ist, das MÜSSTE auffallen, andererseits stellt sich die Frage wie hier noch Wissensfortschritt beurteilt und erkannt werden soll. Oder ist Geisteswissenschaft dazu verkommen, dass allein schon das korrekte Reflektieren von veraltenen Wissen aus der eigenen Perspektive als Wissenschaft gilt. Das ist vielleicht ein hinreichendes Kriterium für ein Sachbuch, aber nicht für eine DissertationMit Redundanz meine ich hier zu aller erst plagiierte (paraphrasierte) Stellen, keine gekennzeichneten Zitate. Denken sie das Ganze mal zu Ende. Durch das Internet & PC hat Copy&Paste zugenommen weil es einfacher ist. Es wird immer mehr plagiiert bei angenommener gleichbleibender Anzahl der Wissenschaftler (in China bereits bei 33% von 21 gestiegen binnen Jahren) Schlussfolgerung: Die gleiche Anzahl von Wissenschaftler braucht immer länger Zeit (die sie nicht hat und die nicht wächst), um wirklich neue Informationen in dieser redundanten zu finden und diese zu reflektieren und dann dazu in gekennz. Zitaten Bezug zu nehmen bzw. erkennt plagiierte Information als neu an, obwohl bereits vor Jahren publiziert. Ein Teufelskreis. Die grossen Journale wie Science und Nature werden ja gerade deswegen am meisten gelesen, weil darin die Redundanz am niedrigsten ist, es kommen nur die wichtigsten und neusten Informationen darin vor. Der Peer-Reviewer beurteilt hier, hat aber auch nur eine gleichbleibende Such- und Beurteilungszeit…Diese Entwicklung zusammen mit Publish or Perish führt dazu, dass immer mehr Redundanz entsteht, in der die wirklichen Neuigkeiten immer schwerer zu finden sind für alle Beteiligten. Google löst im Web wie angesprochen das Problem mit dem Panda-Algorithmus. In der wiss. Literatur sollen aber Menschen das Peer-Review übernehmen, kein Algorithmus. Man muss also die exp. steigende Redundanz versuchen irgendwie einzugrenzen.

      Zitat aus misconduct of redundant publication

      * It may infringe international copyright law
      * It unnecessarily overburdens the finite resource of
      expert peer reviewers
      * The already overloaded medical literature is made more
      extensive by unnecessary, repetitive information
      * Dividing rather than combining closely related data
      from a single group impedes scientific communication
      * Multiple reports mayresult in unfounded overemphasis
      ofthe importance ofthe findings
      * It may interfere with subsequent meta-analysis by
      apparent boosting of patient numbers with specified
      outcomes
      * It distorts those academic career and research funding
      systems that judge researchers by the numbers of their
      publications.

      Hier ähnliches Eine zeitweise Limitierung von Referenzen würde wie eine Diat auf das geisteswiss. Publikationswesen wirken, weil eigene Gedanken deutlicher entwickelt werden müssten. Die Naturwissenschaften entdecken von sich aus immer neue berichtenswerte Phänomene weil die Natur mehr offenbart je genauer wie messtechnisch hinsehen können. In den Geisteswissenschaften ist das kein Selbstläufer, v.a. wenn die Redundanz steigt und steigt. Ich sehe hier in den Kommentaren und Posts der Geisteswissenshcaftler nicht die Differenzierung und Einsicht, dass sie es mit fundamentaleren Auswirkungen zu tun haben für ihr Fach als in den Naturwissenschaften, wo die Selbstreinigungfaktoren (klares Wahrheitskriterium= reprozierbare Messergebnisse, Gruppenveröffentlichung gegenseitiges Vertrauen, Redundanzeingrenzung durch Fortschritt in Messmethodik) weitaus grösser und dominant sind und durch techn. Fortschritt sogar stärker zunehmen. Heute ist es schwerer in den Naturwissenschaften zu betrügen als vor 50 Jahren, in den Geisteswissenschaften ist aber genau anders herum aufgrund des techn. Fortschritts und der gestiegenen Redundanz! Deswegen wird ja in den Geisteswissenshcaften nach Titel gejagt. Die Aussagen, dass in den Naturwissenshcaften die gleiche Problematik herrscht ist wenn Absicht ein gutes Täuschungsmanöver aber eben am Problem vorbei. Die Anzahl der Patente steigt kontinuierlich, hier gibts kein so grosses Redundanzproblem, dass es den Wissensfortschritt signifikant behindern könnte. Die Aussage vieler Professoren von überführten Betrügern jetzt sind imho ein Armutszeugnis: „Wir hatten noch nicht die Mittel die Arbeiten auf Plagiate hin so umfassend zu prüfen“ Wenn über 50% einer Arbeit plagiiert sind, muss es auch nicht auffallen, dass es plagiierte Stellen sind, aber das die Information redundant und veraltet ist, das MÜSSTE auffallen, andererseits stellt sich die Frage wie hier noch Wissensfortschritt beurteilt und erkannt werden soll. Oder ist Geisteswissenschaft dazu verkommen, dass allein schon das korrekte Reflektieren von veraltenen Wissen aus der eigenen Perspektive als Wissenschaft gilt. Das ist vielleicht ein hinreichendes Kriterium für ein Sachbuch, aber nicht für eine Dissertation

    • ockham sagt:

      Mit Redundanz meine ich hier zu aller erst plagiierte (paraphrasierte) Stellen, keine gekennzeichneten Zitate. Denken sie das Ganze mal zu Ende. Durch das Internet & PC hat Copy&Paste zugenommen weil es einfacher ist. Es wird immer mehr plagiiert bei angenommener gleichbleibender Anzahl der Wissenschaftler (in China bereits bei 33% von 21 gestiegen binnen Jahren) Schlussfolgerung: Die gleiche Anzahl von Wissenschaftler braucht immer länger Zeit (die sie nicht hat und die nicht wächst), um wirklich neue Informationen in dieser redundanten zu finden und diese zu reflektieren und dann dazu in gekennz. Zitaten Bezug zu nehmen bzw. erkennt plagiierte Information als neu an, obwohl bereits vor Jahren publiziert. Ein Teufelskreis. Die grossen Journale wie Science und Nature werden ja gerade deswegen am meisten gelesen, weil darin die Redundanz am niedrigsten ist, es kommen nur die wichtigsten und neusten Informationen darin vor. Der Peer-Reviewer beurteilt hier, hat aber auch nur eine gleichbleibende Such- und Beurteilungszeit…Diese Entwicklung zusammen mit Publish or Perish führt dazu, dass immer mehr Redundanz entsteht, in der die wirklichen Neuigkeiten immer schwerer zu finden sind für alle Beteiligten. Google löst im Web wie angesprochen das Problem mit dem Panda-Algorithmus. In der wiss. Literatur sollen aber Menschen das Peer-Review übernehmen, kein Algorithmus. Man muss also die exp. steigende Redundanz versuchen irgendwie einzugrenzen.

      Siehe hier Eine zeitweise Limitierung von Referenzen würde wie eine Diat auf das geisteswiss. Publikationswesen wirken, weil eigene Gedanken deutlicher entwickelt werden müssten. Die Naturwissenschaften entdecken von sich aus immer neue berichtenswerte Phänomene weil die Natur mehr offenbart je genauer wie messtechnisch hinsehen können. In den Geisteswissenschaften ist das kein Selbstläufer, v.a. wenn die Redundanz steigt und steigt. Ich sehe hier in den Kommentaren und Posts der Geisteswissenshcaftler nicht die Differenzierung und Einsicht, dass sie es mit fundamentaleren Auswirkungen zu tun haben für ihr Fach als in den Naturwissenschaften, wo die Selbstreinigungfaktoren (klares Wahrheitskriterium= reprozierbare Messergebnisse, Gruppenveröffentlichung gegenseitiges Vertrauen, Redundanzeingrenzung durch Fortschritt in Messmethodik) weitaus grösser und dominant sind und durch techn. Fortschritt sogar stärker zunehmen. Heute ist es schwerer in den Naturwissenschaften zu betrügen als vor 50 Jahren, in den Geisteswissenschaften ist aber genau anders herum aufgrund des techn. Fortschritts und der gestiegenen Redundanz! Deswegen wird ja in den Geisteswissenshcaften nach Titel gejagt. Die Aussagen, dass in den Naturwissenshcaften die gleiche Problematik herrscht ist wenn Absicht ein gutes Täuschungsmanöver aber eben am Problem vorbei. Die Anzahl der Patente steigt kontinuierlich, hier gibts kein so grosses Redundanzproblem, dass es den Wissensfortschritt signifikant behindern könnte. Die Aussage vieler Professoren von überführten Betrügern jetzt sind imho ein Armutszeugnis: „Wir hatten noch nicht die Mittel die Arbeiten auf Plagiate hin so umfassend zu prüfen“ Wenn über 50% einer Arbeit plagiiert sind, muss es auch nicht auffallen, dass es plagiierte Stellen sind, aber das die Information redundant und veraltet ist, das MÜSSTE auffallen, andererseits stellt sich die Frage wie hier noch Wissensfortschritt beurteilt und erkannt werden soll. Oder ist Geisteswissenschaft dazu verkommen, dass allein schon das korrekte Reflektieren von veraltenen Wissen aus der eigenen Perspektive als Wissenschaft gilt. Das ist vielleicht ein hinreichendes Kriterium für ein Sachbuch, aber nicht für eine Dissertation

      • Marc sagt:

        Vielleicht als erster Hinweis: Eine Paraphrase ist ja noch keineswegs ein Plagiat. Vielmehr gibt man auch bei Paraphrasen an, woher diese Gedanken stammen.

        Copy & Paste entspricht eben auch keiner Paraphrase. Das das Wissen zunimmt ist sicherlich eine richtige Erkenntnis. Es aber mittels eingeschränkter Zitateanzahl künstlich zu reduzieren kann m.E. keine Lösung sein.

        Es ist dennoch in den Sozialwissenschaften wichtig, dass man angibt, woher man welche Erkenntnis hat und welchen theoretischen Zugängen man folgt. Und diese dabei auch noch darzulegen, damit die Arbeit in sich eine logische und konsistente Argumentationsstruktur hat.

        Die Redundanz von Wissen in den Veröffentlichungen ist einmal diesem Vorgehen geschuldet, zum anderen kann man sie auch als den Hinweis lesen, welche Ergebnisse in welchen theoretischen Kontexten wichtig sind. Insbesondere dann, wenn es sich eher um Sekundäranalysen handelt. Hier wird also eher Wissen verdichtet.

        „Eine zeitweise Limitierung von Referenzen würde wie eine Diat auf das geisteswiss. Publikationswesen wirken, weil eigene Gedanken deutlicher entwickelt werden müssten.“

        Würde eine solche Diät aber nicht auch zu Verlusten von Wissen führen?

        „Die Naturwissenschaften entdecken von sich aus immer neue berichtenswerte Phänomene weil die Natur mehr offenbart je genauer wie messtechnisch hinsehen können. In den Geisteswissenschaften ist das kein Selbstläufer, v.a. wenn die Redundanz steigt und steigt.“

        Vielleicht erscheint dies in den Sozialwissenschaften kein Selbstläufer zu sein, aber auch hier werden Methoden der Datenerherbung und -analyse verbessert und angepasst und bringen so ebenfalls neue Ergebnisse bzw. verfeinern diese.

        Das Kriterium der Wahrheit bzw. der Reproduzierbarkeit in den Sozialwissenschaften ist sicherlich ein anderes, als in den Naturwissenschaften. Dies ist dem Gegenstand geschuldet. Aber auch hier sollte man den Sozialwissenschaften ihre eigenen Selbstreinigungskriterien zugestehen.

        Redundantes Wissen in Dissertationen stellt hier kein Problem dar. Vielmehr die unglaubliche Ausdifferenzierung in unterschiedlichen Bereichen und deren gleichzeitiger Bezug zu gemeinsamen geteilten Theorien. Korrektes Reflektieren von vorhandenem Wissen (nicht von veraltetem oder falschem Wissen) und Theorien im Hinblick auf neue Erkenntnisse ist ein Weg in den Sozialwissenschaften. Allerdings sollte dieser nicht als verkommen gelten. Vielmehr ist dieser dem Gegenstand am angemessensten.

        Mein Eindruck ist, dass das Problem eher an anderer Stelle liegt:

        In einigen Bereichen sind Promotionen zu einfach. Ein immer wieder benanntes Beispiel ist hier die Medizin. Aber auch in den Ingenieurswissenschaften kommt dies vor. In den Geisteswissenschaften spielt auch dieses eine Rolle und insbesonders ist es hier wichtig, dass man sich über den Sinn und Zweck eines Titels oder einer Veröffentlichung neu Gedanken macht. Eine Veröffentlichung ist nie per Zeitschrift gut oder schlecht. Und ebenso wenig eine Promotion je nach Fach, Dauer oder Gutachter.

        Letztendlich geht es um Inhalte.

        Dies scheint mir doch hin und wieder aus dem Blick zu geraten. Und dann entstehen leider Promotionen, damit man den Titel vor den Namen schreiben kann.

        Wichtig wäre, dass man sich insgesamt zu den Plagiaten positioniert und nicht zwischen den Disziplinen den schwarzen Peter herumschiebt. Niemand möchte in den Ruf geraten, dass man in seiner Disziplin den Titel geschenkt bekommt. Aber dann muss man sich dem Problem auch stellen. Und an dieser Stelle versagen leider zu oft die Mechanismen. für ein Sachbuch, aber nicht für eine Dissertation

  5. Weiße Bettwäsche sagt:

    Ich habe meine Bachelorarbeit ohne Plagiat abgegeben…..Aber ob dass bei der der Masterthesis so läuft, steht in den sternen…:)


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