Der Plan von der Abschaffung des Titels

Wir haben hier auf DE PLAGIO und in den mitwirkenden Blogs schon vor einer Woche darüber diskutiert, und jetzt entdecken die Grünen es als möglichen Stöpsel für das Sommerloch: Das Abschaffen von Doktortiteln. Die wissenschafts- und forschungspolitische Sprecherin der Grünen, Krista Sager, teilt auf ihrer Webseite mit, dass die Grünen einen entsprechenden Antrag (Drucksache Nr. 17/5195), bereits im Bundestag eingebracht haben.

Bevor ich diese Idee und deren Begründung näher diskutiere, fasse ich hier kurz die Sach- und Rechtslage zu akademischen Graden zusammen.

Akademische Grade werden von anerkannten Universitäten vergeben (heutzutage erst, nachdem eine entsprechende Akkreditierung vorliegt). Sie dürfen dann von ihren Inhabern öffentlich geführt werden — auf Visitenkarten und Briefpapier, auf Praxis- und Firmenschildern und natürlich auf Wahlplakaten. Das gilt nicht nur für den Doktorgrad, sondern auch für den B.A., den M.A., den Dipl. usw.Tatsächlich ist es in Deutschland relativ unüblich, Grade öffentlich zu führen. Den B.A. und den M.A. führt so gut wie niemand (außer vielleicht auf einer universitären Webseite). Der Dr. wird schon häufiger geführt, vor allem von Menschen außerhalb des Wissenschaftsbetriebs. Wissenschaftler/innen selbst führen ihn häufig nur im universitären Kontext, und auch von vielen Menschen außerhalb der Universität erfährt man vom Doktorgrad häufig nur durch Zufall. Am Durchgängigsten scheint mir der Dipl.-Ing. geführt zu werden.

Etwas verwirrend ist nun die Tatsache, dass der Doktorgrad als einziger akademischer Grad im Personalausweis und im Reisepass eingetragen werden kann (aber nicht muss). Das führt zu viel Verwirrung bezüglich der Frage, ob er damit zu einem „Namensbestandteil“ wird (Antwort: im rechtlichen Sinne nicht, im Alltagsverständnis wohl schon). Die Frage ist aber ohnehin nebensächlich, da sie keinerlei Auswirkungen auf das öffentliche Führen des Grades hat. Ich kann einen Grad führen oder auch nicht, egal, ob ich ihn im Personalausweis stehen habe, oder nicht.

Nur eins darf ich nicht: einen akademischen Grad führen, den ich gar nicht erworben habe. Wer das tut, macht sich strafbar. Das ist auch gut so, denn wenn das nicht so wäre, könnten akademische Grade ihre Funktion nicht mehr erfüllen, nämlich etwas über die Qualifikation ihrer Träger/innen aussagen.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf können wir uns nun Sagers Pressemeldung ansehen. Der Doktortitel soll danach aus drei Gründen aus Personalausweis und Reisepass gestrichen werden:

  1. Er wird „zu oft für gesellschaftliche Eitelkeiten und Titelhuberei“ genutzt, was der Wissenschaft „nicht gut tut“.
  2. Eine Anrede mit Dr. „basiert lediglich auf deutschen Konventionen und ist international völlig unüblich“, ja er löst „im deutschen Ausweis oder als Anrede … international eher Missverständnisse und Verwunderung aus.“
  3. Man will den Dr. „auf seine wissenschaftliche Bedeutung … konzentrieren“, er gehört deshalb „wie der Dipl.-Ing., der Meister oder der CEO bestenfalls auf die persönliche Visitenkarte“.

Zwei Fragen stellen sich nun: Erstens, stimmt die Diagnose? Und zweitens, ist die Behandlung angemessen?

Die Diagnose stimmt höchstens in Teilen. Natürlich legen die aktuell verhandelten Fälle von akademischem Betrug wegen der Prominenz der Betroffenen nahe, dass akademische Eitelkeit und Titelhuberei an der Tagesordnung seien, aber dass ist eine mediale Illusion. Wie bereits gesagt tragen viele Menschen ihre akademischen Grade nämlich gar nicht, oder sie tragen ihre Grade völlig zu Recht und nicht aus Eitelkeit, sondern, um ihre Qualifikation zu signalisieren. Wissenschaftler, Ärzte und Apotheker, Juristen, Steuerberater — sie alle signalisieren mit dem Doktorgrad nicht Eitelkeit, sondern eine bestimmte Kompetenz (was natürlich im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass Angehörige dieser Berufsgruppen ohne Promotion inkompetent seien).

Und selbst wenn Titelhuberei ein weit verbreitetes Motiv wäre, würde das der Wissenschaft nicht schaden. Im Gegenteil: Es ehrt die Wissenschaft, wenn ein wissenschaftlicher Abschluss zur Titelhuberei taugt. Natürlich muss er ehrlich erworben sein.

Die Behauptung, dass die Anrede mir „Doktor“ international unüblich sei, höre in den letzten Tagen immer wieder einmal. Wie man darauf kommen kann, ist mir nicht nachvollziehbar. Ich bin schon etwas herumgekommen, und ich kenne kein Land, in dem Promovierte (im entsprechenden Kontext) nicht mit „Doktor“ angeredet würden. Tatsächlich ist die „Titelhuberei“ im Ausland oft weiter verbreitet als hierzulande. In den USA, zum Beispiel, schreibt man sich jeden Abschluss auf die Visitenkarte, vom Associate Degree (das vom Niveau her dem deutschen Abitur entspricht) über den BA, MA, MBA bis zum PhD. Man ist dort nämlich — anders als in Deutschland — der Meinung, dass Bildung eine gute Sache ist, auf die man gerne stolz sein darf.

Wie steht es nun mit der vorgeschlagenen Behandlung? Nun, das ist leicht: Die ist völlig sinnlos. Mein Kollege (Dr.) Joachim Schulz, der seinen Titel höchst selten trägt, hat es unlängst so formuliert: „Frau Koch-Mehrin und Herr Chatzimarkakis haben sich schließlich nicht ihre Personalausweise ans Revers geheftet. Sie haben die Buchstaben „Dr“ vor ihren Namen auf Wahlplakate drucken lassen.“

Titelhuberei — so es sie gibt — ist nicht auf Personalausweise angewiesen. Um Titelhuberei zu betreiben, braucht es nur eins: akademische Grade, deren Führung gesetzlich beschränkt ist, sodass nicht jeder einfach die entsprechenden Titel führen kann. Und genau diese gesetzliche Beschränkung gibt es ja, und sie dürfte keinesfalls aufgehoben werden, wenn man die hinter dem Titel stehende Qualifikation nicht aufgeben will.

Sagers Pressemeldung selbst will die Titel ja sogar genau dorthin verbannen, wo sie für Titelhuber am wichtigsten sind: Auf die Visitenkarte.

Nein, der Eitelkeit gebietet man so keinen Einhalt, und — viel wichtiger — akademischem Betrug à la Guttenberg, Koch-Mehrin und Chatzimarkakis auch nicht. Das geht nur auf eine einzige Art, und es wundert mich ganz ehrlich zutiefst, dass weder die Grünen noch sonst eine Partei das bisher erkannt haben: Man muss entlarvte Betrüger/innen die Konsequenzen ihrer Handlungen spüren lassen.

Lassen Sie den Unfug mit dem Personalausweis, Frau Sager. Fordern Sie stattdessen die bisher und in Zukunft überführten Plagiator/innen auf, ihre politischen Mandate niederzulegen. Fordern Sie es laut und deutlich, und lassen Sie nicht locker, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, dass akademischer Betrug politische Karrieren beendet.

 

[Nachtrag (1): Die im Beitrag erwähnte Drucksache 17/5195 gibt es hier als PDF-Datei: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/051/1705195.pdf. Verwirrenderweise ist dort von Personalausweisen oder dem Führen von Doktortiteln nicht die Rede. Stattdessen geht es um allgemeine und sehr tiefgreifende Vorschläge zur Qualitätssicherung von Promotionen, die allesamt sehr vernünftig sind (wenn auch teilweise in der Umsetzung nicht ganz unproblematisch). Das Papier ist insgesamt einer der sinnvollsten Beiträge zur aktuellen Diskussion, wir werden versuchen, es hier im Laufe der Woche zu behandeln.]


20 Kommentare on “Der Plan von der Abschaffung des Titels”

  1. Kai sagt:

    Ich finde den Gedanken durchaus intressant. Was sagt ein Dr. eigentlich aus? Für mich als Normalbürger erstmal einen Grad der Qualifikation. Dabei handelt es sich um einen Titel der dazu erworben werden kann. Aber nur von Akademikern.

    Das heisst selbst wenn ich in einem „nicht-akademischen“ Bereich aussergewöhnliches geleistet habe werde ich eher keinen Titel bekommen. Vielleicht lege ich dann eine Meisterprüfung ab. Aber das Meister kommt weder in den Personalausweis noch wird es in irgendeinem Kontext benutzt. Maximal von einem Azubi der sagt „da muss ich mal den Meister fragen…“:) Oder es handelt sich um einen „Meisterbetrieb“.

    Auch was z.b. einen Magister angeht sagt das rein gar nichts über das Fachwissen aus. Lustiger weise hat eine Bekannte von mir im Fachbereich „Anglistik“ in der Uni Hamburg ihre Magisterprüfung gemacht. ( der Bereich und die Uni sind ihnen sicher nicht fremd).
    Ich habe sie dabei Unterstützt. Sagen wir mal bei „strategischen“ Fragen. Ich habe keine Ahnung was ihr Thema angeht. Ging da um ein paar Grammatikalische Feinheiten. Das was sie da gemacht hat war ein Witz. Es wurden ein paar Bücher überflogen, viel gegoogelt.. und nachdem man im Internet auch die „Bewertungskriterien“ einer Magisterarbeit gefunden hat die Arbeit so angefertigt das nicht mehr viel schief laufen kann. Ihre Eigenleistung war minimal. Es wurden viele andere Bücher zitiert. Dann wurden anhand einiger Beispiele, die wiederum schon in den Büchern standen, ein paar Schlüsse gezogen die jedem Walldorfschüler aufgefallen wären. Ich nehme zwar an das sie alle quellen angegeben hat „hüstel“ aber im Grunde hat sie sich da keinen Stress gemacht. Besonders scharfsinnig war das alles nicht. Die neuen Erkenntnisse hielten sich auch in Grenzen. Aber sie bekam eine recht gute Zensur und trägt jetzt ihren Titel mit sich. Dazu muss man sagen das Sie sich ausgezeichnet mit ihrem Prof verstanden hat. Der Hit war ja das sie das Thema kaum selbst verstanden hat. Aber das ließ sich durch die entsprechende Literatur gut kaschieren.

    Was ich damit sagen möchte ist. Es werden solche Arbeiten geschrieben um eine Arbeit zu schreiben. Das höchste Ziel hierbei ist nicht so sehr die eigentliche wissenschaftliche Erkenntnis sondern alles so zu schreiben, aufzubauen und zu strukturieren das der Prüfer das möglichst gut bewertet. Nachdem das bewertet wurde, interessiert es keinen Menschen mehr.

    Also wozu den Titel? Damit ich prahlen kann wie gescheit ich doch bin? Das sagt doch nur aus das ich eine gewisse Prüfung so gemacht habe wie sie der Prüfer sehen wollte. Abhängig vom Thema.. und der sympathie zu dem Prüfer war das relativ leicht oder schwer.

    Ausser im akademischen Bereich gibt es kaum Titel die man dazu erwerben kann… Zumindest nichts vergleichbar mit einem DR u.s.w.

    • Dierk sagt:

      Die Bezeichnung eines erreichten Bildungsgrades ist die Kurzformel für eben jenen erreichten Bildungsgrad. Daher wird er von den meisten tatsächlich akademisch tätigen auch nur im akademischen Kontext benutzt [zumindest in Deutschland] und auch da vorwiegend dokumentarisch – Türschilder, Anträge etc. Komplett aus der Mode gekommen ist der ‚Doktor Stefanowitsch‘ im Vorlesungsbetrieb. Einer meiner Lehrenden erläuterte gleich in der ersten Sitzung des Einführungskurses: ‚Ich weiß, dass ich einen Doktor habe, Sie wissen es. Das reicht, sagen Sie einfach Herr Müller*.‘

      Was jetzt mangelnde Grammatik- und Themenkenntnisse schwacher Studenten und Berater mit dem Thema zu tun haben, erschließt sich mir nicht.

      *Name geändert, ist mir aber bekannt.

    • suz sagt:

      @Kai: Interessant – Sie haben von der Thematik der Magisterarbeit Ihrer Bekannten keine Ahnung (womöglich auch nicht vom Fach oder der Wissenschaft?), nehmen sich aber heraus, die Qualität der vorgelegten Schlussfolgerungen beurteilen zu können? (Dass man als Prüfling am Ende des Studiums glaubt, kein Fachwissen und keine Ahnung von der Thematik zu haben, ist übrigens normal (und sehr subjektiv)).

      Magisterarbeiten sind auch nicht immer bahnbrechende Forschungsleistungen, sondern sind vor allem dazu da, dass Studierende nachweisen, dass sie mit wissenschaftlichen Methoden eine Fragestellung beantworten können. Ist das Thema „abgegrast“, hilft immer noch eine Beleuchtung unter einem anderen Gesichtspunkt; das ist dann sogar die Regel. Und: was Sie fast abschätzig „Bücher wälzen“ nennen, ist die Minimalstanforderung (äh, was denn sonst?), und in nicht-empirischen Arbeiten auch eine Art die „Datenquelle“. Wenn der Prüfling dies beherrscht, sind mMn auch ohne völlig neue Forschungserkenntnisse die Anforderungen für einen Magistergrad erfüllt.

      Da die Linguistik eine empirische Wissenschaft sind, bevorzuge ich zwar empirische Arbeiten, aber deshalb von einem Qualitätsvakuum bei Magistergraden zu sprechen, ist doch wirklich sehr weit hergeholt.

      Übrigens: Auch das Offensichtliche braucht immer jemanden und/oder einen Ersten, der es niederschreibt. Die Scharfsinnigkeit bemisst sich nicht daran. Im Gegenteil: Wenn die Argumentationsführung gut und sauber ist, dann klingen scharfsinnige Schlussfolgerungen immer erleuchtend „offensichtlich“, das gibt es sogar und gerade auch bei den ganz großen Köpfen. Das bedeutet nicht, dass ich Ihnen per se widersprechen möchte, was die Qualität in irgendeinem Einzelfall angeht. Hier ich kennt aber niemand von uns die wirklichen Umstände (oder die Arbeit).

      Aber die Art und Weise ist völlig unangebracht, wie Sie hier das Fach, die Wissenschaft und sehr direkt sogar den involiverten Betreuer („Sympathie“-Bonus) und sein Institut pauschal und plump diskreditieren.

    • astefanowitsch sagt:

      Ich kann nur hoffen, dass Sie Ihre Kommilitonin nicht in orthografischen Fragen beraten haben.

      • Kai sagt:

        Sehr geehrter Herr Stefanowitsch,

        nun ja. Sie haben völlig Recht mit Ihrer Anmerkung. Aus Zeitmangel habe ich kein zweites mal gelesen, obwohl es durchaus sinnvoll gewesen wäre. Keine Sorge, ich weiss wo meine Stärken liegen und habe daher in dieser Hinsicht nicht beraten:) Da ich selbst kein Student bin und auch nie war, habe ich gar keine Kommilitonen.

        @suz: Sagen wir es mal so: Ich bin der felsenfesten Überzeugung das jemand ohne Linguistik Kenntnisse weder sonst in irgendeiner Form wissenschaftlich tätig ist, eine Magisterarbeit für jemanden schreiben könnte, nehmen wir mal an z.b. weil der entsprechende Student persönliche Probleme hat.
        Weiterhin bin ich davon überzeugt das man mit Google relativ einfach nachvollziehen kann, was in den meistens Unis Bewertungskriterien für solche Arbeiten sind. Einen Sachverhalt empirisch nachzuweisen ist meiner Meinung nach auch nicht unbedingt an das Fach gebunden. Genug Tools um Sachverhalte statistisch auszuwerten gibt es ja. Nehmen wir mal STATA, Access, Excel, Fragebögen u.s.w. an. Eine Datenbasis ist auch recht einfach zu finden. Mit minimalen gesunden Menschenverstand kann man so auch Regelmässigkeiten oder Systeme erkennen. Das noch mit ein einer schönen Fragestellung versehen und einem schönen Ergebnis umschrieben und der Rest ist nur eine Fleissarbeit.

        Also ich glaube das dies auch jemand hinbekommt und sehr gut bewertet wird, der eben keinerlei Ahnung davon hat. Steht ja alles in der Literatur. Und zu ähnlichen Themen findet man genug „Arbeiten im Netz“ so das man eine prima Orientierung hat.
        Nun ja.. ob das tatsächlich schon jemand so gemacht hat, weiss ich nicht. Aber ich halte es für durchaus möglich:)

      • Florian Laws sagt:

        Vielleicht hätte Herr Stefanowitsch ja Zeit und Lust für einen (natürlich völlig unwissenschaftlichen) Test?

        Sie, Kai, schreiben eine linguistische „Magisterarbeit“, und Herr Stefanowitsch bewertet sie?

  2. Zur angeblich nicht vorhanden Anrede als Doktor im Ausland:
    In Italien bin ich selbstverständlich „Dottore“ – jeder Akademiker wird traditionell so angesprochen, auch die, die wie ich keinen Doktorgrad haben.

  3. Keller sagt:

    In jedem beruflichen Bereich gibt’s schwarze Schafe – also auch in der Wissenschaft. Die aktuellen Affären werden den Universitäten ein Anlass sein, ihre Standards und deren Überwachung kritisch zu prüfen. Weshalb der Betrug einzelner aber dazu führen sollte, die ehrlichen Träger akademischer Grade einzuschränken, ist einigermaßen unerfindlich.

    Übrigens ist nach meinen Erfahrungen auch im deutschen Alltagsleben unüblich, Doktoren, Professoren usw. als solche anzureden. Titel und akademische Grade werden doch hauptsächlich im Berufsleben verwendet – dort aber auch zu Recht.

    Letzter Punkt (zu Kai): Ihre Anmerkungen lassen wohl eher auf eine massive Geringschätzung geisteswissenschaftlicher Tätigkeit insgesamt schließen, als dass sie ein realistisches Bild universitärer Abschlussarbeiten zeichnen.

  4. Stefan Blohm sagt:

    Wie kann man denn ernsthaft bestreiten, dass sich hierzulande viele Doktoren auch mit Herr Dr. Nachname ansprechen lassen? Weiter ist in D die Meinung weit verbreitet, dass die Anrede Dr. den Promovierten zustünde. Ursache dafür ist auch, dass der Dr. in den Peronalausweis eingetragen werden kann.

    Diese Sonderbehandlung ist unangemessen. Warum nur dieser Grad und nicht andere; Professor zum Beispiel? Und warum haben nur Akademiker dieses Privileg? Was ist mit einem Handwerksgesellen oder -meister? Was mit anderen Berufsabschlüssen, die auch hart erarbeitet wurden?

    Was die Visitenkarten betrifft frage ich mich auch, warum akademische Abschlüsse darauf vermerkt werden und berufliche Abschlüsse und Prüfungen nicht?

    Also, weg damit. Es sagt nur Insidern etwas, nur die können die Bedeutung ermessen die so ein Grad hat oder eben auch nicht. Und die Anrede Doktor (früher auch in Akademikerkreisen gerne als deutscher Vorname bezeichnet) gehört auf den Müll der Geschichte.

    • Anon sagt:

      Weil „Professor“ kein Grad ist, sondern eine Amtsbezeichnung.

    • Elizar sagt:

      Ich bestreite das. Ich arbeite derzeit noch an einer Uni und da rennt niemand rum und wird als Doktor angeredet. Auch privat kommt niemand auf die Idee und geschäftlich auch nicht.
      Übrigens ist es in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, durchaus üblich den Handwerksmeister als Meister Erich usw. anzusprechen. Und der steht auch nicht im Perso. Was soll das also?
      Nur weil ich den Grad eingetragen habe in meinem Perso fuchtel ich doch mit diesem niemanden vor der Nase rum?
      Und zu ihren Visitenkarten: Da schreibt jeder drauf, was sein Beruf ist. Das ist ja auch sein Recht und Sinn der Karte. Und wenn einer Diplomingenieur ist, dann ist das eben so.

  5. […] Der Plan von der Abschaffung des Titels […]

  6. Illusion-der-Exzellenz sagt:

    „Diese Sonderbehandlung ist unangemessen. Warum nur dieser Grad und nicht andere; Professor zum Beispiel? Und warum haben nur Akademiker dieses Privileg? Was ist mit einem Handwerksgesellen oder -meister?“

    „Professor“ ist kein akademischer Grad, sondern eine Berufs- bzw. Amtsbezeichung. Und ich frage mich, wie wohl die Bezeichung auf meinem Facharbeiterbrief (sprich: Gesellenschein) „Druckformhersteller Fachbereich Flachdruck“ wohl in den Perso passen soll …

    • Leser sagt:

      Warum sollte es auf dem Personalausweis eigentlich nicht ein Feld speziell für Berufsabschlüsse (jeder Art) geben? Wäre doch praktisch.

  7. Der Doktorgrad (nicht -titel) ist laut den 50 Jahre alten Urteilen von BVG un BGH kein Bestandteil des Namens. Daher gehört er nicht in den Hochsicherheitsdokumenten Pass und Ausweis eingetragen. Er dient nicht zum Identifizieren einer Person. Der Ausweis ist kein Ersatz einer Visitenkarte. Dort kann die Bildung angedeutet werden. Ohne die Angabe der Fakultät ist das Studienfach des „Doktors“ ohnehin nicht erkennbar. Mehr Informationen zum Thema auf meiner Webseite.
    Ulrich Werner

    • astefanowitsch sagt:

      Was in den Pass und den Personalausweis gehört, entscheidet sich nicht danach, ob es Bestandteil des Namens ist oder ob Sie es relevant für die Identifikation einer Person halten, sondern es entscheidet sich danach, was im Pass- und im Personalausweisgesetz steht. Und solange dort steht, dass der Doktorgrad eingetragen werden darf, darf er eingetragen werden. Ist eigentlich ganz einfach.

      In diesem Beitrag geht es im Übrigen nicht darum, ob der Doktorgrad in den Personalausweis eingetragen werden sollte, sondern darum, ob man mit der Abschaffung dieser Möglichkeit etwas gegen akademischen Betrug ausrichten würde.

  8. Plagiarism in a „family“ style
    How young ambitious capoes and soldiers from the Italian Institute of Technology (IIT) under supervision of a decrepit american don-godfather from Northwestern University are successfully completed their sequential plagiaristic enterprise: http://issuu.com/r_sklyar/docs/sklyarvsmussaivaldi

  9. Harald sagt:

    Dass es in den USA verpönt ist, mit seinem Doktortitel öffentlich zu protzen, ist jedenfalls Tatsache. Im Gegenteil sind es dort beinahe nur de facto-Betrüger, die ihn beispielsweise im Telefonbuch stehen haben. So u.a. „Dr. Dino“, der seinen Doktor an einer berüchtigten kreationistischen Titelmühle erwarb. Seriöse Akademiker führen ihren Titel dort auch nur hinten, nämlich als MD (Dr. med) oder PhD (Dr. phil).

  10. […] Tagen auf das Wort Titelhuberei angesprochen und angeschrieben worden, das Krista Sager in ihrer Pressemeldung zur Streichung von Doktortiteln aus dem Personalausweis verwendet hat. Ob das ein neues Wort sei, wurde ich gefragt, was es genau bedeute und woher es […]


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