Universität Potsdam entlastet Althusmann

Anfang September habe ich mir die Dokumentation angesehen, auf deren Grundlage die ZEIT den niedersächsischen Bildungsminister und Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz, Bernd Althusmann, des Plagiats beschuldigt hat. Mein Urteil damals lautete: „Nicht schuldig“.

Die Dissertation von Althusmann (bzw. die untersuchte Stichprobe im Umfang von zwei Kapiteln) ließ zwar nur sehr begrenzte gedankliche Eigenleistungen erkennen und sie enthielt eine Vielzahl von Stellen, bei denen der Autor sich inhaltlich kaum von der zitierten Literatur löst. Aber, so schrieb ich damals, Den Rest des Beitrags lesen »


Der Fall Althusmann: Eine Einschätzung

Im Juli habe ich mich in einem kurzen Beitrag mit dem Fall des niedersächsischen Bildungsministers Bernd Althusmann befasst und angekündigt, mich nocheinmal näher damit zu befassen. Das möchte ich heute kurz tun.

Zur Erinnerung: Althusmann geriet durch ein von der ZEIT in Auftrag gegebenes Gutachten unter Verdacht, bei seiner mit „ausreichend“ bewerteten Dissertation an der Universität Potsdam massiv plagiiert zu haben. Die Vorgeschichte (mit Links zum Gutachten und den relevanten ZEIT-Artikeln) findet sich in meinem Beitrag vom Juli. Ende Juli setzte die Universität Potsdam eine Kommission ein, die die Vorwürfe prüfen soll und auf deren Urteil wir nun warten (die Themenseite auf Spiegel Online liefert einen guten Überblick über die Geschehnisse).

Ich kann natürlich nicht vorhersagen, wie die Potsdamer Kommission entscheiden wird, aber nachdem ich mich mit dem ZEIT-Gutachten ausführlich beschäftigt habe, kann ich immerhin eine  Einschätzung des Falles abgeben, von der ich denke, dass sie nicht völlig anders ausfallen wird. Den Rest des Beitrags lesen »


Der Fall Althusmann: Zwei Denkanstöße

Mit dem möglichen Plagiatsfall Althusmann haben wir uns bei DE PLAGIO noch nicht befasst, und eine ausführlichere Auseinandersetzung hat wohl auch noch etwas Zeit, da die Universität Potsdam mit der Prüfung der Vorwürfe gerade erst begonnen hat. Aber eine Zwischenmeldung ist vielleicht ganz sinnvoll, und der Fall Althusmann bietet außerdem einen Anlass für ein paar Denkanstöße. Fassen wir uns also zunächst den Fall bisher zusammen.

Am 6. Juli 2011 berichtete die Wochenzeitung DIE ZEIT erstmals von möglichen Unregelmäßigkeiten gegen den niedersächsischen Bildungsminister Althusmann. Der bezog noch am gleichen Tag Stellung und verwendete dabei eine Mischung von Guttenberg’schen („handwerkliche Fehler“) und Chatzimarkakis’schen  („damals bekannte Zitierstandards“) Formulierungen. Die Universität Potsdam kündigte am selben Tag an, Untersuchungen in diesem Fall aufzunehmen (wobei Althusman — auch ganz Chatzimarkakistisch — von sich aus um eine Überprüfung der Dissertation bat). Den Rest des Beitrags lesen »