Falsche Doktoren und echte Leister

Ein Gastbeitrag von Dierk Haasis

Nach den bekannten Plagiatsfällen der letzten Monate entbrannte auch außerhalb von Blogs und Universitäten eine Diskussion um den Doktortitel. Plagiatoren wehren sich mit fadenscheinigen Begründung und verräterischem Sprachduktus – „Politikersprech“, wie es nicht zu Unrecht gerne genannt wird – gegen die Vorwürfe, andere, vor allem tätige Wissenschaftler, verschärfen den Ton. Inzwischen wird auch untereinander heiß diskutiert, ob und wie der Doktor als Titel erhalten bleiben soll. Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Weg mit dem Doktor?

Die Debatte um die Titelgaunereien einiger (wenn nicht gar vieler, wir werden sehen) Politiker habt ihr sicher mitbekommen, das Thema hat es gestern sogar in eine dieser Quatschsendungen geschafft. Florian diskutiert bei sich im Blog inzwischen sogar die ganz radikale Lösung, nämlich den Doktortitel gleich ganz abzuschaffen.

Die Überlegung die dahinter steht, finde ich absolut richtig. Das hat gar nicht mal nur etwas mit den Plagiaten zu tun, sondern mit dem Doktor an sich. Das ganze Bohei um die zwei Buchstaben vor dem Namen ist inzwischen zu einer echten Belastung für die Wissenschaft geworden.

Im FISCHBLOG weiterlesen…


Plagiarismus in den Naturwissenschaften: Was anders ist

Die Möglichkeiten in den Naturwissenschaften eine Doktorarbeit zu fälschen oder zu plagiieren, sind grundliegend anders als z.B. in den Rechts- oder Geisteswissenschaften, da beispielsweise ein biomedizinischer Doktorand in einem Labor arbeitet, Experimente durchführt und deren Vorgehensweise und Ausgang in einem sogenannten Laborbuch dokumentieren muss.

Das Laborbuch eines Naturwissenschaftlers ist also wie die Black-Box eines Flugzeugkapitäns – Mit ihm kann man im nachhinein nachvollziehen was passiert ist und was gemacht wurde, wenn man seine Abschlussarbeit zusammenschreibt. Sich nämlich seine Labortätigkeiten über die Jahre hinweg zu merken, ist schlichtweg unmöglich. So wird von jedem Arbeitsgruppenleiter, der eine naturwissenschaftliche Forschungsgruppe leitet, verlangt, solch ein Laborbuch zu führen und alles möglichst genau zu dokumentieren. Es ist in Besprechungen und Meetings fast immer mit dabei und dient als erste Anlaufstelle, wenn Fragen über Methoden und Durchgeführtes auftauchen. Nicht zuletzt muss es vom jeweiligen Institut an dem Wissenschaft betrieben wird, aufbewahrt werden, um so restrospektiv nachvollziehen zu können, wie und ob im Labor alles sauber vonstatten ging. Sie werden nämlich regelmäßig von Behörden des jeweiligen Bundeslandes inspiziert und kontrolliert, um so die „gute Laborpraxis“ nachzuprüfen, die seit 1990 gesetzlich verpflichtet ist. Den Rest des Beitrags lesen »


Keine Plagiate in der Naturwissenschaft?

Glücklicherweise scheinen die Politiker ja doch nicht mit allem durchzukommen. Eine überführte Plagiatorin zur europäischen Wissenschaftspolitikerin zu befördern war dann doch ein bisschen zu viel. Wissenschaftler und Vertreter der wissenschaftlichen Organisationen in Deutschland haben deutlich klar gemacht, was davon zu halten ist und schließlich musste Frau Koch-Mehrin zurücktreten. Bzw. wurde sie aus dem entsprechenden Ausschuss entfernt. Sie darf als deutsche Volksvertreterin immer noch für unsere Belange bei der Europäischen Union eintreten. Wer keine Lust hat, sich von jemanden vertreten zu lassen, der nachweislich wissenschaftlich betrogen hat, der kann immer noch die Petition für Koch-Mehrins Rücktritt unterschreiben Und wer weiter auf dem Laufenden bleiben will, was die Plagiate angeht, der ist bei „De Plagio“ richtig: ein Blog das gemeinsam von Autoren der ScienceBlogs und der SciLogs betrieben wird.

Bei ASTRODICTICUM SIMPLEX weiterlesen…