Neues von Karl-Theodor zu Guttenberg

Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Fall Guttenberg. Er war das erste prominente und sicher bisher am tiefsten gefallene Opfer der diversen Plagiatsaffären der letzten Monate. Nun gibt es neues zu berichten: Guttenberg ist bei einem US Think Tank untergekommen wo er mithelfen soll die transatlantischen Beziehungen zu verbessern. Es gibt gar Gerüchte, dass er sich an eine echte Dissertation zu setzen plant. Ausserdem wird er verdächtigt, die Apokalypse einzuleiten (nein, das ist nicht metaphorisch gemeint). Ein paar Gedanken dazu.

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Von der Geringschätzung der Titeljäger für die Doktorarbeit

Ein Doktorarbeit ist oft ein einsames Unterfangen. Trotzdem kämpfen sich viele durch. Nicht primär für den Titel, sondern für die Sache. Man möchte einen Forschungsbeitrag leisten. Bei den Titeljägern geht es aber darum mit einem Minimum an Aufwand sich mit dem Titel schmücken zu können und somit indirekt vom Ruf, den andere erarbeitet haben, zu profitieren. Bei zoon politikon habe ich mir anhand von zwei Beispielen zu Forschungsinterviewanfragen dazu Gedanken gemacht: Eine habe ich selber gestellt und sie führte mich in die Korridore der US Handelsadministration und die andere hat ein Freund von mir an die jetzige Bundesministerin Kristina Schröder (damals noch Köhler) gestellt.

Zum Eintrag bei zoon politikon.


Dünne Bretter und dicke Bücher

In den Diskussionen um plagiierte und teilplagiierte Doktorarbeiten sowie den Wert eines Doktortitels an sich wurde und wird immer wieder das Argument bemüht, dass die Anforderungen an Dissertationen sehr unterschiedlich sein können. Besonders medizinische Doktorarbeiten werden dabei als minderwertige „Dünnbrettbohrarbeiten“ abgetan. Die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen sind unterschiedlich. Zum einen wird auf die gesellschaftliche Ungleichheit hingewiesen, die die Existenz von öffentlich getragenen Titeln erzeugt, andererseits die wissenschaftliche Entwertung des Doktorgrades beklagt. Ein Beispiel für ersteres findet sich in einem Posting aus dem Blog Bruchpfau:

Ein Arzt ohne Doktortitel ist seitens der Gesellschaft oft nur ein halber Arzt. Dies führt dazu, dass die meisten Medizinstudenten sich gezwungen fühlen zu promovieren. Das wiederum hat an den meisten Unis zur Folge, dass Mediziner oftmals nur die Hälfte an Text einzureichen brauchen als beispielsweise Geisteswissenschaftler. Die Universität Magdeburg zum Beispiel gibt für Mediziner ein Maximum von 60 Seiten vor. Ein Geisteswissenschaftler würde dies lediglich als Seminararbeit werten. […] Das Guttenberg-Syndrom scheint sich zu einem festen Bestandteil in unserer Welt zu manifestieren, wohl aber auch die Tatsache, dass offenbar kaum jemand sich die Mühe macht, darüber nachzudenken, warum es überhaupt da ist und wie es entstehen konnte. [Julia Jung: Das Guttenberg-Syndrom – Eine Folge unseres Leistungsbegriffs?!, 27.6.2011]

Diese Argumentation soll wohl das Gewicht eines Betruges in diesem Bereich relativieren oder, etwas raffinierter, die Motivation zum Erwerb eines Doktorgrades gesellschafts- und wissenschaftskritisch beleuchten: Der Druck der Gesellschaft auf bestimmte Berufsgruppen, mit einem Doktortitel aufzuwarten führe zu der Verlockung, sich einen solchen zu erschleichen. Den Rest des Beitrags lesen »


Titelhuberei

Wiederholt bin ich in den letzten Tagen auf das Wort Titelhuberei angesprochen und angeschrieben worden, das Krista Sager in ihrer Pressemeldung zur Streichung von Doktortiteln aus dem Personalausweis verwendet hat. Ob das ein neues Wort sei, wurde ich gefragt, was es genau bedeute und woher es komme.

In die aktuelle Debatte eingeführt hat dieses Wort, soweit ich herausfinden konnte, Bundesbildungsministerin (Hon.-Prof. Dr.) Annette Schavan, die es am Wochenende des 18./19. Juni gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verwendet hat: Ihrer Meinung nach sollte der Doktortitel „Ausdruck einer wissenschaftlichen Qualifikation und nicht ein Statussymbol oder Titelhuberei sein“.

Im SPRACHLOG weiterlesen…


Der Plan von der Abschaffung des Titels

Wir haben hier auf DE PLAGIO und in den mitwirkenden Blogs schon vor einer Woche darüber diskutiert, und jetzt entdecken die Grünen es als möglichen Stöpsel für das Sommerloch: Das Abschaffen von Doktortiteln. Die wissenschafts- und forschungspolitische Sprecherin der Grünen, Krista Sager, teilt auf ihrer Webseite mit, dass die Grünen einen entsprechenden Antrag (Drucksache Nr. 17/5195), bereits im Bundestag eingebracht haben.

Bevor ich diese Idee und deren Begründung näher diskutiere, fasse ich hier kurz die Sach- und Rechtslage zu akademischen Graden zusammen.

Akademische Grade werden von anerkannten Universitäten vergeben (heutzutage erst, nachdem eine entsprechende Akkreditierung vorliegt). Sie dürfen dann von ihren Inhabern öffentlich geführt werden — auf Visitenkarten und Briefpapier, auf Praxis- und Firmenschildern und natürlich auf Wahlplakaten. Das gilt nicht nur für den Doktorgrad, sondern auch für den B.A., den M.A., den Dipl. usw. Den Rest des Beitrags lesen »


Falsche Doktoren und echte Leister

Ein Gastbeitrag von Dierk Haasis

Nach den bekannten Plagiatsfällen der letzten Monate entbrannte auch außerhalb von Blogs und Universitäten eine Diskussion um den Doktortitel. Plagiatoren wehren sich mit fadenscheinigen Begründung und verräterischem Sprachduktus – „Politikersprech“, wie es nicht zu Unrecht gerne genannt wird – gegen die Vorwürfe, andere, vor allem tätige Wissenschaftler, verschärfen den Ton. Inzwischen wird auch untereinander heiß diskutiert, ob und wie der Doktor als Titel erhalten bleiben soll. Den Rest des Beitrags lesen »


Qualitätssicherung Doktortitel

Im Windschatten der Plagiatsfälle Guttenberg, Koch-Mehrin und Chatzimarkakis wurde in der Bloggerszene die Frage laut, ob man den Doktortitel nicht einfach ganz aufgeben sollte. Stefan Schleim stellt auf den Brainlogs die These zur Debatte, die Plagiatsaffären würden „fragwürdige Zustände in der wissenschaftlichen Ausbildung ans Tageslicht“ bringen und sieht in der Abschaffung des Doktortitels die Lösung. Auf den ScienceBlogs fragt sich Florian Freistetter, ob die Doktorarbeit als solche überhaupt notwendig ist. Schließlich könne man auch über die Summe der Veröffentlichungen die wissenschaftliche Leistung beweisen, die Voraussetzung für eine Anstellung in der Wissenschaft ist. Schließlich findet Lars Fischer in den Wissenslogs: „Der Doktortitel ist der Schnittpunkt einer ganzen Latte gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Missstände, und deswegen sollte man die Gelegenheit nutzen, ihn mal sorgfältig unter die Lupe zu nehmen.“

Ich erhebe Einspruch. Den Rest des Beitrags lesen »